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Harry Plantinga

73. Sollt ich meinem Gott nicht singen?

1 Sollt ich meinem Gott nicht singen?
Sollt ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh in allen Dingen,
wie so guter's mit mir mein.
Ists doch nichts als lauter Lieben,
das sein treues Herze regt,
das ohn Ende hebt und trägt,
die in seinem Dienst sich üben.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

2 Wie ein Adler sein Gefieder
über seine Jungen streckt:
also hat auch hin und wieder
mich des Höchsten Arm gedeckt.
Also bald im Mutterleibe,
da er mir mein Wesen gab
und das Leben, das ich hab
und noch diese Stunde treibe.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

3 Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer;
nein, er giebt ihn für mich hin,
daß er mich vom ewgen Feuer
durch sein theures Blut gewinn.
O du unergründter Brunnen;
wie will doch mein schwacher Geist,
ob er sich gleich hoch befleißt,
deine Tief ergründen können?
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

4 Seinen Geist, den edlen Führer,
giebt er mir in seinem Wort,
daß er werde mein Regierer
durch die Welt zur Himmels-pfort,
daß er mir mein Herz erfülle
mit dem hellen Glaubenslicht,
das des Todes Macht zerbricht
und die Hölle selbst macht stille.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

5 Meiner Seelen Wohlergehen
hat er ja recht wohl bedacht:
will dem Leibe Noth zustehen,
nimmt ers gleichfalls wohl in Acht:
wenn mein Können, mein Vermögen
nichts vermag, nichts helfen kann,
kömmt mein Gott und hebet an
sein Vermögen beizulegen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

6 Himmel, Erd und ihre Heere
hat er mir zum Dienst bestellt;
wo ich nur mein Aug hinkehre,
find ich was mich nährt und hält.
Thier und Kräuter und Getreide
in den Gründen, in der Höh,
in den Büschen, in der See,
überall ist meine Weide.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

7 Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen,
und ermuntert mein Gemüth,
daß ich alle liebe Morgen
schaue neue Lieb und Güt.
Wäre mein Gott nicht gewesen,
hätte mich sein Angesicht
nicht geleitet, wär ich nicht
aus so mancher Angst genesen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

8 Wie so manche schwere Plage
wird vom Satan hergeführt,
die mich doch mein Lebetage
niemals noch bisher gerührt.
Gottes Engel, den er sendet,
hat das Böse, so der Feind
anzurichten war gemeint,
in die Ferne weggewendet.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

9 Wie ein Vater seinem Kinde
sein Herz niemals ganz entzeucht,
ob es gleich bisweilen Sünde
thut und aus der Bahne weicht:
also hält auch mein Verbrechen
mir mein frommer Gott zu gut,
will mein Fehlen mit der Ruth
und nicht mit dem Schwerte rächen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

10 Seine Strafen, seine Schläge,
ob sie mir gleich bitter seind:
dennoch, wenn ich's recht erwäge,
sind es Zeichen, daß mein Freund,
der mich liebet, mein gedenke
und mich von der schnöden Welt,
die mich hart gefangen hält,
durch das Kreuze zu ihm lenke.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

11 Das weiß ich fürwahr und lasse
mir's nicht aus dem Sinne gehn:
Christenkreuz hat seine Maaße
und muß endlich stille stehn.
Wenn der Winter ausgeschneiet,
tritt der schöne Sommer ein:
also wird auch nach der Pein,
wer's erwarten kann, erfreuet.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.

12 Weil denn weder Ziel noch Ende
sich in Gottes Liebe findt,
ei so heb ich meine Hände
zu dir, Vater, als ein Kind;
bitte, wollst mir Gnade geben,
dich, aus aller meiner Macht
zu umfangen Tag und Nacht,
hier in meinem ganzen Leben,
bis ich dich nach dieser Zeit,
lob und lieb in Ewigkeit.

Text Information
First Line: Sollt ich meinem Gott nicht singen?
Author: Paul Gerhardt, 1606-1676
Language: German
Publication Date: 1872
Topic: Schöpfung und Regierung; Creation and Providence
Copyright: Public Domain
Notes: Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen
Tune Information
(No tune information)



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