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Harry Plantinga

395. Zion klagt mit Angst und Schmerzen

1 Zion klagt mit Angst und Schmerzen,
Zion, Gottes werthe Stadt,
die Er trägt in seinem Herzen,
die Er Ihm erwählet hat:
ach! spricht sie, wie hat mein Gott
mich verlassen in der Noth,
und läßt mich so harte pressen,
meiner hat Er ganz vergessen.

2 Der Gott, der mir hat versprochen
seinen Beistand jederzeit,
der läßt sich vergebens suchen
jetzt in meiner Traurigkeit.
Ach, will Er denn für und für
grausam zürnen über mir?
kann und will Er sich der Armen
jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen?

3 Zion, o du Vielgeliebte,
sprach zu ihr des Herren Mund:
zwar du bist jetzt die Betrübte,
Seel und geist ist dir verwund't?
doch stell alles Trauren ein,
wo mag eine Mutter sein,
die ihr eigen Kind kann hassen
und aus ihre Sorgen lassen.

4 Ja, wenn man auch solte finden
einen solchen Mutter-Sinn,
da die Liebe kann verschwinden:
so bleib ich doch, der ich bin;
meine Treu' bleibt gegen dir,
Zion, o du meine Zier,
du hast mir mein Herz besessen:
deiner kann ich nicht vergessen.

5 Laß dich nicht den Satan blenden,
der sonst nichts als schrecken kann;
siehe, hier in meinen Händen
hab ich dich geschrieben an;
wie mag es denn anders sein?
ich muß ja gedenken dein,
deine Mauren will ich bauen
und dich fort und fort anschauen.

6 Du bist mir stets für den Augen,
du liegst mir in meine Schooß,
wie die Kindlein, die noch saugen,
meine Treu zu dir ist groß;
mich und dich soll keine Zeit,
keine Noth, Gefahr und Streit,
ja der Satan selbst nicht scheiden,
bleib getreu in allen Leiden.

Text Information
First Line: Zion klagt mit Angst und Schmerzen
Author: Johann Heermann (1647)
Publication Date: 1848
Scripture:
Topic: Gesänge vom Worte Gottes und der chirstlichen Kirche; Songs from the Word of God and the Christian Church
Language: German
Notes: Nach andern: Martin Opitz, 1639; Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen
Tune Information
(No tune information)



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