Auf, alle, die Jesum den Koenig verehren

Auf, alle, die Jesum den Koenig verehren

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1 Auf! alle, die Jesum den König verehren!
Laßt jauchzen und danken und lobgesang hören.
Singt heute so, wie ihr noch niemals gesungen.
Ja singt, bis es allen die herzen durchdrungen.

2 Seht! Jesus, die liebe, thut mächtige wunder.
Da habt ihr das feuer. Die herzen sind zunder.
Sie werden von neuem recht muachtig enthrenne:
So bald sie die wunder an andern erkennen.

3 Ach sehr doch die rechte des Heilandes siegen!
Seht, wie ihm die feinde zum fußschemel liegen!
Seht, wie sie der arm seiner heiligkeit schläget,
Verwundet, ergreifet, dann mütterlich pfleget.

4 Dort ließ sich ein todter vergeblich posaunen.
Jetzt siebt man, o freude! man sieht mit erstaunen,
Da keiner sich ferner die hoffnung mehr macher:
So ist er schon plötlich vom tode erwachet.

5 Hier taumelt ein andrer in gröblichen sünden.
Er tappet in blindheit, und kan sich nicht finden.
Es scheinet unmöglich, die seele zu retten.
Doch Jesus erblickt ihn: Da springen die ketten.

6 Dort wandelt ein blinder in eigenen wegen.
Er nennt sich gerecht, und verspricht sich den segen.
Kaum harten wir ihn mit betrübniß betrachtet;
So hören wir, daß er sich unselig achter.

7 Auch dumme, die wahrheit nicht wissende leute
Macht Jesu erbarmung zur seligen beute.
Wo leiber und seelen in finsterniß liegen,
Auch da sieht man proben: der König kan siegen!

8 Hier schreyer ein alter: wo sind meine jahre?
Ach! daß ich nicht so in die ewigkeit fahre!
O rette! Erbarmer! den rest meiner tage,
Damit ich dir ehre und herrlichkeit sage.

9 Dort seufzet die jugend, beseufzet den schaden
Und sucht die lebendige quelle der gnaden.
Sie weiß sich nun selber nichts süssers zu denken,
Als Jesu die völlige jugend zu schenken.

10 Hier laufen die kinder, das wort zu ergreife.
Man sieht sie mir eifer sich dringen und häufen.
Man darf sie nicht ferner zum christenthum treiben,
Ihr einziger wunsch ist, bey jesu zu bleiben.

11 Was unmündig heisset, das höret man beten,
Und schreyend und lobend zum Kinderfreund treten.
Die eitern empfinden ein zartes bewegen,
Daß manche sich mit vor den gnadenshtuhl legen.

12 Laßt streiter der erden den Heiland bestreiten!
Er weiß sie durch gnade also zu bereiten,
Daß löwen wie lämmer am creutzes-stamm liegen,
Und sich nun im blute des Lammes vergnügen.

13 Die grossen der erde sind schwer zu erretten.
Doch Jesus zerreiset auch goldene ketten.
Er hat uns befohlen, für solche zu ringen.
Wir sehn ihn, auch starke zur seligkeit bringen.

14 Gelehrte sind oftmals verkehrte zu nenne.
Doch macht Er, das viele die throheit erkinnen.
Sie legen ihr wissen zum creutze darnieder.
Und nehmens, wie Paulus mit wucherkraft wider.

15 So sammlet der Sünderfreund allerley seelen,
Um sie zu der schaar seiner heerden zu zählen.
Man höret das rauschen der todtengebeine.
Hier regen sich viele, da wenig, dort eine.

16 Der fühlet ein locken, und jener ein treiben,
Und der weiß vor unruhe nicht mehr zu bleiben.
Dort harrt eine seele im langen bedenken:
Doch endlich beschließt sie, sich Jesu zu schenken.

17 Ermecket und läßt sich die herzen besinne.
Sie eilen, ihr ewiges heil zu gewinnen.
Sie werden gesuchet, Und suchen die strasse,
Auf welcher der glaube den Heiland umfasse.

18 Dort windet sich einer in seligen ängsten.
Er fühlet die schuld; doch das macht ihm am bängsten,
Daß Jesus, der Freundliche, noch nicht erscheinet,
Ders dennoch im dunkeln aufs herzlichste meynet.

19 Hier schwimmet ein herz durchdringenden thränen.
Die augen verrathen das heftige sehnen.
Das innerste kochet. Die seele zerfliesset.
Da rollet ein wasser, das ströme ergiesset.

20 Die lippen erstarren. Man sieht, was sie meynen.
Die worte ertrinken in schluchzenden weinen.
Das herz ist wie wachs in dem heissesten flusse,
Und leichtert die wehmuth mit thränendem gusse.

21 O freude im himmel! O freude auf erden1
O freude in Jesu wahrhaftigen heerden!
Die gläubigen fühlen ein inniges wallen
Wenn stimmen erwachender sünder erschallen.

22 Dort schämt sich ein müder, der lange gekranket,
Und doch noch in kälte und zweifelmuth wanket:
O könt ich doch weinen! O könt ich doch glauben!
Ach! könt ich doch einmal das himmelreich rauben.

23 Nun wird er belehret: Die lahmen und todten
Bemühn sich vergeblich mit Gottes geboten.
Komm, kalter, zum feuer! komm, todter, zum leben!
Und glaube: Die schulden sind lange vergeben.

24 Das wort ist dir nahe im herzen und munde,
Ergreif es: so kommt deine selige stunde.
Der ist ja schon selig, der Jesum verlanget,
Und nicht mehr mit eigner gerechtigkeit pranget.

25 Was seh ich? Ein sünder ergreift das erbarmen.
Hie stärkt nun die gnade so herrlich den armen!
Er fühlet das zuegniß. Er rufet: Ich glaube.
Trotz sey nun dem bösewicht, daß er mirs raube.

26 Hier sieht man geschwinde was jesus versprochen.
Dort springet ein lahmer, der lange gekrochen,
Und weiß nun auch endlich von gnade zu singen.
O gnade! wie kanst du den jammer verschlingen!

27 Die hande des unglaubens endlichdesiegen,
Dem joch des gesetzes im glauben entfliegen,
Im blute des Lammes den freiden empfinden:
Das kan unaussprechlich freude entzünden.

28 Da wird men zur ewigen freyheit geboren.
Da geben die fesseln der sünde verloren.
Seht wie sich die kinder der gnade vergnügen,
Daß sie nicht im schandjoch des teufels mehr liegen!

29 Hier freut sich in jüngling, der jesum gefunden.
Dort singet ein alter verehter der wunden.
Hier lobt eine seele mit stillem vergnügen.
Dort jauchzet ein andrer, und möchte wohl fliegen.

30 Hier sieht man sich eitern an kindern erquicken,
Und kinder die eitern mit freuden erblicken.
Man sieht wie sich väter zu kindern bekehren,
Und kinder den Gott ihrer väter verehren.

31 Das weih hat mit thränen und kummer gebeten,
Und sieht nun den mann zum Immanuel treten.
Hier muß es den thränen des mannes gelingen,
Sein weih auf den fußpfad des lebens zu bringen.

32 Hier flehet ein weinender für die verwandten,
Dort lobet ein frölicher für die bekannten.
Man wird sich einander von neue geschenket:
da jesus, der König, die herzen gelenket.

33 Sie kommen, wie glüende kohlen, zusammen.
Der Geist unsers Königs macht sie zu flammen.
Sie reden und schweigen, sie loben und klagen.
Sie wissen von elend und gnade zu sagen.

34 Sie weinen mit denen, die bitterlich weinen.
Sie freuen sich derer, die frölich erscheinen.
Das herz und die thaten des Herrn zu erzählen,
Das ist ihre lust, die sich alle erwählen.

35 Ach wäre doch alles zu Jesu bekehret!
O daß ihn die ganze welt noch nicht verehret!
Ach m¨chte doch (seufzen sie) grossen und kleinen
Die ewige sonne der gnaden erscheinen!

36 Die todten erstaunen, und sehn es von weiten.
Wie? (denke sie) was wiederfährt wohl den leuten?
Sie lästern. Doch erliche worden geschlagen,
Und kommen, nach eben dem wege zu fragen.

37 Hier hat sich ein häuflein zusammen gefunden,
Dort eilt eine schaar zu der quelle der wunden.
Hier schallt es: O kommt doch! Dort heißt es: Wir kommen:
Ach nehmt uns nur mit euch, ihr gläubige frommen!

38 Hat mancher vor diesem den rückfall begangen:
So fühlt er von neuem ein heisses verlangen.
Ach war ich doch aus dem gefährlichen banne:
Wohlan, ich will wieder zum vorigen manne.

39 So fliegen die tauben zur wohnung der tauben.
Die lahmen ermuntern sich, dreister zu rauben.
Die trägen empfinden ein mächtiges treiben,
Und eilen mit eifer, nicht hinten zu bleiben.

40 Die starken ertragen und ziehen die schwachen,
Und bitten den hüter für alle zu wachen;
Den hüter,der lämmer und schaafe regieret,
Und seine erlöseten seliglich führet.

41 Was merk ich? Ach, heuchler, beym hellesten lichte!
Mocht das nicht des Königes wunder zunichte?
Nein! laßt sich das unkraut nur immer erheben!
Wir bringen doch garben ins ewige leben.

42 O Herr! der du ansängst und mittelst und endest,
Gott! der du dein werk ohne hülfe vollendest,
Wir bitten und flehen im tiefesten staube:
Ach gieb uns nicht wieder dem feinde zum taube.

43 Erhalte dir, was du von neuem geschaffen.
Ja, eile, noch mehr aus der höllen zu raffen.
Bevestige dir, die du einmal gefunden,
Und gründe sie tief in den heiligen wunden.

44 Ach! satanas lauret uns schaden zu machen.
Und könnt er sich rächen, we würd' er nicht lachen!
Doch König! dich fasset der betende glaube.
Du giebst deinen ruhm nicht dem feinde zum raube.

45 O laß uns nur arme, bedürstige bleiben,
Und glauben und liebe ohn unterlaß treiben.
Erhalt uns dein wort zum beständigen grunde.
Und halt uns so einig, wie einen im bunde.

46 Hilf denen von oben, die pflanzen und giessen,
Und las dein gedeyen mit überfluß fliessen.
Dien gnädiges angesicht leuchte nur allen:
So soll dir dein lobgesang ewig erschallen.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #487

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