Befiehl du deine Wege

Befiehl du deine Wege

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Representative Text

1 Befiehl du deine Wege
dem Höchsten nur allein,
und richte deine Stege
nach seinem Willen ein;
so kan es dir nicht schaden,
wer Freund sey oder Feind;
genug, wenn Gott in Gnaden
es treulich mit dir meint.

2 Halt du Zeit deines Lebens
nur dein gewissen rein,
Gott wird dich nicht vergebens
um Hülfe lassen schreyn;
die Flügel seiner Güte
sind allzeit ausgebreit,
Er deckt in seiner Hütte
dich in der bösen Zeit.

3 Must du gleich etwas leiden,
nur schweig, und murre nicht.
Auf Trauren folgen Freuden,
auf Finsterniß folgt Licht:
halt dich nur zu den Frommen,
und sey nur Hoffnungs-voll,
Gott weiß wenn er soll kommen,
und wie er helfen soll.

4 Laß nur den Vater walten,
bey ihm ist Rath und That:
Er wird sein Wort schon halten,
was er versprochen hat:
Gott ist ein Mann von Ehren,
davor ist er bekant,
er hat ein Ohr zum hören,
zum helfen eine Hand.

5 Die Feinde die dich quälen
die nutzen dir zugleich:
ihr Tadeln und ihr Schmählen,
das macht dich tugendreich;
das Kräutlein Demuth stehet,
im garten der Gedult:
wo Menschen-Gunst vergehet,
da wächset Gottes-Huld.

6 Sprich nicht im Zorn und Grimme,
das sagt kein braver Mann;
dergleichen Nabals-Stimme
rich lauter Feuer an:
sprich liber ganz bescheiden,
mein Freund es ist mir leid!
also läst sich vermeiden
unnützer Zank und Streit.

7 Gott lebet und regieret,
Gott schützet und erlöst;
Gott unterweist und führet,
Gott richtet auf und tröst,
Gott krönt mit seiner Gnade,
die über alles geht,
und liebt im höchsten Grade,
den, der in Demuth steht.

8 Die Demut läst er wissen,
sein Recht und sein Gericht:
Er läst vom Himmel schiessen,
in ihre Seel sein Licht;
er rufft, er lockt, er ziehet,
er drückt, er herzt, er küßt:
da schmeckt der Mensch und stehet,
wie Gott so freundlich ist!

9 Die Demuth ist zufriden,
wenn sie die Welt veracht;
sie suchet micht hienieden,
das, was sie glücklich macht,
sie ruht in ihrem Gotte,
als dessen Eigenthum,
und machet aus dem Spotte
der Welt, sich einen Ruhm.

10 Entsteht bey dir die Frage,
wie viel du kanst und weist?
so höre was ich sage,
damit du sicher seyst;
dann bist du Gott zu lobe
ein rechter grosser Christ,
wenn du nach deiner Probe,
des Allerkleinste bist.

Text Information

First Line: Befiehl du deine Wege
Language: German
Publication Date: 1792
Notes: Mel.: Ermuntert euch ihr
Copyright: This text in in the public domain in the United States because it was published before 1923.

Instances

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Die kleine Harfe #33

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