Du Gott, der nach allweisem Rat

Du Gott, der nach allweisem Rat

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Representative Text

1 Du Gott, der nach allweisem Rath,
den Haustand selbst geordnet hat,
daß er soll bleiben bis ans End
wie geist- und weltlich Regiment.

2 Ich bitte Dich, erhalt den Stand
mit Deiner starken Gnaden-Hand,
damit durch Ihn bestellet sei,
die Kirche samt der Polizei.

3 Laß Jungfrau'n, Wittwen, Eheleut
in ungefärbter Heiligkeit,
der Seelen nach recht hell und rein,
am Leibe keusch und züchtig sein.

4 Laß Jungfrau'n sorgen, wie sie Dir
gefallen in der rechten Zier,
der Wittwen Leben werd' verbracht
mit Seufzen, Beten Tag und nacht.

5 Laß Eh-Leut einig sein in Lieb,
daß jedes Theil sich stetig üb'
in Heilig- und Gerechtigkeit,
und sei zu Deinem Dienst bereit.

6 Das Ehebett sei unbefleckt
und laß nicht werden angesteckt
mit böser Lust, die ehlich sein,
auch die so außer Eh' allein.

7 Gieb daß sie bleiben allezeit
Violä in der Niedrigkeit,
Lieb's-Rosen, Lilien in der Zucht,
in Heiligung des Balsams Frucht.

8 Verknüpf' der Eh-Leut Herz und Hand
mit keuscher Liebe festem Band,
das eins das andre herzlich mein',
und beide Dir gehorsam sein.

9 Gieb, das kein Satan Zank erreg',
noch sie zu Zorn und Haß beweg;',
laß stets im Glücks' und Unglücksstand
das Weib dem Manne gehn zur Hand.

10 Gieb, das er Eh'stand uns bedeut,
daß Christus und die Christenheit
in Liebe sein ein einig Leib,
so wie ein mann mit seinem Weib.

11 Laß sie, je fester sie verstrickt,
je mehr zum Beten sein geschickt,
je größer; Noth vorhanden ist,
je mehr dawider sein gerüst.

12 Laß Eltern ihre Leibes-Frucht
in der Vermahnung und in Zucht
zu Deinen Ehren auferziehn,
daß Vater, Mutter, Kind Dir dien'.

13 Gieb, daß sie stets sein eingedenk,
das Kinder heißen Dein Geschenk,
und geben sie Dir wieder hin
durch Unterricht zu frommen Sinn.

14 Gieb, daß sie ihnen nach Gebühr
mit heil'gem Leben leuchten für
und meiden alle Aergerniß,
als große Sünd' und Seelen-Riß.

15 Laß Kinder dabeneben nicht
vergessen ihre Kinder-Pflicht,
gieb das sie stets gehorsam sein,
den Eltern ohne falschen Schein.

16 Daß jedes Kind ein Pflänzlein heiß,
in jenem Himmels-Paradeis,
nicht aber werd' zu Spott und Schand,
ein Taugnicht und ein Höllen-Brand.

17 Gieb, das ein jedes Tugend-voll
so rieche, wie es riechen soll,
damit es nicht zum Lohn und Dank
empfind' des Höllen-Pfuhls Gestank.

18 Laß sie sich nimmermehr beschwer'n,
zu lieben, ehren und ernähr'n
die Eltern, so wie Dein Gebot
befiehlt, und dräuet sonst den Tod.

19 Laß Eltern samt den Kindern Dich,
o wahrer Gott herzinniglich
in dieser Zeit erkennen, ehr'n,
und ewig dort Dein Lob vermehr'n.

20 Laß auch die Knecht' in Einfalt gern
Gehorsam leisten ihren Herrn,
als Christi Knecht', und nicht allein
nur Diener für den Augen sein.

21 Leuk' auch der Herren Herz dahin,
daß sie stets haben Vatersinn,
und brauchen Herrschaft so dabei,
das sie nicht werde Tyrannei.

22 Breit' Du, o Gott, den Hausstand aus,
daß, als ein heilig Kirchenhaus,
er sei zu Deinem Dienst bequem
und allen Engeln angenehm.



Source: Evangelisch-Lutherisches Gesang-Buch: worin die gebräuchlichsten alten Kirchen-Lieder Dr. M.Lutheri und anderer reinen lehrer und zeugen Gottes, zur Befoederung der wahren ... (2. verm. Aus.) #378

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First Line: Du Gott, der nach allweisem Rat
Language: German
Copyright: Public Domain

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