Er nimt die armen sünder an

Er nimt die armen sünder an

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Representative Text

1 Er nimt die armen sünder an;
Wenn gleich ihr herz ganz anders denket,
Und, weil es noch nicht glauben kan,
Sich selbst vergeblich plagt und kränket.
Sagt fleisch und welt and satan nein,
Muß doch sein wort gewisser seyn.
Und will ein dunkles wort mich schrecken;
So soll das klare mich erwecken,
Bis ichs auch weinend glauben kan;
Ja, Jesus nimt die sünder an.

2 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die jetzt in seelen-ohnmacht sinken,
Und, weil ihr können nichts mehr kan,
Im sünden schlamm fast gar ertrinken.
Denn, wo die hoffnung ganz vergeht,
Der untergang vor augen steht,
Wo rath und hülfe schon verschwunden;
Da wird ein we'ger grund gefunden,
Ein wort das höllen schliessen kan:
Mein Heiland nimt die sünder an.

3 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die Gott als richter schon verdammet;
Die Moses nicht vertragen kan,
Weil seine klarheit tödlich flammet;
Die ihr gewissen selber schlägt,
Und zur verzweiflungsnoth bewegt,
Die schon bey langem seelenbinken
Wie Lazurus im grabe stinken:
Auch diese lockt das wort heran:
Er, Jesus, nimt die sünder an.

4 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die selbst nicht wissen, wie sie stehen;
Und deren mund nicht sagen kan,
Wohin des herzens triebe geben;
Die voller zweifels-finsterniß,
In sich verwirrt und ungewiß
Mit unauflöslichen gedanken
Recht kläglich hin und wieder wanken:
Die führt zu diesem licht heran.
Seht, Jesus nimt die sünder an.

5 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die sich nun ganz verloren geben.
Die er für hunde schelten kan,
Die weiß er doch noch aufzuheben.
Die jederman verwirft und schlägt,
Zu denen niemand liebe trägt,
Von denen sich auch jünger trennen,
Weil sie des herzens grund nicht kennen;
Ach! solchen blöden schwöre man:
Für, wahr, er nimt die sünder an.

6 Ja, Jesus nimt die sünder an.
Doch mancher wird mit ängsten sagen:
Vielleicht verfolgt mich schon der baun,
Dem er die hoffnung abgeschlagen,
Die sünde wider seinen Geist,
Die ewig unvergeblich heißt,
Die hab ich armer wohl begangen.
So bleib ich ja im fluch gefangen.
Ich weiß nicht was ich hoffen kan.
Nimt Jesus denn auch mich noch an.

7 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Auch dich, auch dich, du blöde taube1
Und, was dir schleunig helfen kan,
Das ist ein wörtlein: glaube! glaube!
Denn wer sich noch nach Jesu sehnt,
In banger reue seufzt und stöhnt,
Der wird vom sünderfreund umfangen,
Der hat die sünde nicht begangen,
Die Jesus nicht vergeben kan.
Drum glaube, dich nimt Jesus an.

Text Information

First Line: Er nimt die armen sünder an
Language: German
Publication Date: 1826
Notes: Mel. Mein Heilands nimt die
Copyright: This text in in the public domain in the United States because it was published before 1923.

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Erbauliche Lieder-Sammlung #443

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