Mein Geist schickt sich zur Hochzeit an

Mein Geist schickt sich zur Hochzeit an

Published in 3 hymnals

Representative Text

1 Mein geist schickt sich zur hochzeit an,
Und eilt dem bräutigam engegen
Damit ich mich mit freuden kan,
Als braut zu seinen süssen legen!
Die ziet ist da, der tag bricht ein!
Da will ich heimgeführet seyn,
Ich habe lang genug gestritten
In Kedars schwarzen trauer-hütten,
Die thränen saat ist bald vollbracht,
Bald heisset es: welt gute nacht.

2 Zwar bin ich hier schon Christi braut,
Mithin in vester hoffnung selig,
Er hat mich auch ihm anvertraut,
Die gnadenblicke sind unzählig
Die mir von seinem angesicht,
Wenn mich des creutzes hitze sticht,
Ins herze gleich dem thaue fallen
Doch suche ich bey diesem allen,
Auch noch befreyung aus dem streit
Und allgemeine sicherheit.

3 Ich klage dadurch Gott nicht an,
Als würde der mich sinken lassen,
Bis hieher hat ers nicht gethan,
Und sollte er mich künstig hassen?
Nein, Dieses findet ja nicht statt
Bey dem, der theil am blute hat,
Ich weiß schon sein getreues leiben:
Wer nur bey ihm, dem fels geblieben,
Den hat noch keine noth gefällt;
Er ist und bleibt sein starker held.

4 Auch salle ich noch immer mit,
So lange, wie es Gott beschlossen,
Und gebe frölich schritt vor schritt,
Als einer seiner reichs-genossen
Durch Christi kraft im glauben her,
Und wandele vor ihm so mehr,
Da meine hoffnung mir nicht fehlet,
Und mich nicht furcht der höllen quälet;
Sein Geist, der liebe unterpfand,
Dr¨¨ckt herz an herz und hand in hand.

5 Immittelst will ich gern gestehn:
Das hoffen wird mir fast zu lange,
Die braut will sich zur rechten sehn,
Das warten thur ihr trefflich bange,
Die schwalbe sucht im nest die ruh,
Die taube eilt dem schlage zu,
Damit sie der gefahr entrinne,
So ist mir, wenn ich mich besinne.
Ich winsele auf kranichs-art
Nach einer sel'gen himmelfahrt.

6 Ihr stunden eiler nur dahin,
Ihr tage fliehet wie die schatten,
Mein bräut'gam bleibet mein gewinn,
Und seine kraft kan nicht ermatten;
Die zierde seines heiligsthums,
Die treflichkeiten seines ruhms
Und was mich ewig mag erquicken,
Das werde ich nun bald erblichen
Wenn der entkleidungs tag anbricht;
Denn schau ich Gott von angesicht.

7 O theures Lamm! was hast du mir
Als armen staub und sclechten made,
Die nichts denn elend ausser dir,
Vor lust und unerhörte gnade
In jenem leben zugedacht!
Ach! wär ich nur erst hingebracht,
Wie wollte ich so munter singen:
Mein Lamm! du bist vor allen dingen
Preis, lob, ruhm, dank und ehre werth,
Hier ist nur Gott sein feu'r und heerd.


Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #627

Text Information

First Line: Mein Geist schickt sich zur Hochzeit an

Timeline

Suggestions or corrections? Contact us



Advertisements