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Ich eile meiner Heimat zu

Ich eile meiner Heimat zu

Published in 4 hymnals

Representative Text

1 ich eile meiner heimat zu,
Zum stillen paradies der freuden,
Zum hochzeitsaal, zum ort der ruh,
Zum gläsern meer der seligkeiten,
Zum Vaters haus, zum Lammes0thron,
Zur quell des trosts, zum grossen lehn
Der von ihm treu gefundnen knechten,
Zum heer vollendeter gerechten;
Mein aug das vor mit thränen rann,
Schwingt sich im glauben dahim an.

2 Sollt ich mein abgezehrt gesicht
Nur stets auf meine sünden lenken,
Daran der Vater selber nicht
Um seines Sohnes blut will denken;
So kriegt ich keine freudigkeit,
Und weder kraft noch muth im streit,
Ich müßte mich mit furcht und zagen,
Zu meines Heilands unehr plagen.
Nein, lieber vor hinauf geschaut,
Wo mir mein Heiland hütten baut.

3 Der Vater schuf mich ja dazu,
Der Sohn hat mich dazu erkaufet,
Und schrieb mich in das buch der ruh,
Als mich sein Geist darauf getaufet.
Nun er will nicht zur¨cke gehn,
Sein bund und siegel bleibt mir stehn,
Wenn gleich der ganze schwarm der höllen
Mit ungestüm dargegen hellen:
So bleibts doch ewig vest dabey,
Daß ich ein erbe Gottes sey.

4 Zwar leugn' ich meinen schaden nicht,
Daß ich den bund mit ihm gebrochen:
Doch beugt es mich, mein herze bricht,
Und kommt zerkniescht zu dir gekrochen,
Der mir zu gut den tod geschmeckt;
Hier wird der schade zugedeckt;
In ihm der gnaden-bund erneuet,
Und ich von aller schuld befreyet:
Gott nimmet mich so gnädig an,
Als hätt ich keinen fall gethan.

5 Ich lebe auch noch auf der welt,
Und trag mich mit dem leib der sünden,
Der mich mit so viel noth verstellt,
An dem sich so viel greuel finden:
Ich fühl den alten menschen wohl,
Und kan nicht, wie ich will und soll,
Dem frommen könig früchte tragen:
Doch, darum soll ich nicht verzagen.
Ich hülle mich in Jesum ein:
Denn bein ich mehr als engel rein.

6 Gesetzt, die letzte todes-noth
Macht meiner blöden seelen hange:
Ich grau auf meines mittlers tod,
Der siegreich meinen tod verschlange;
Der mich im leben seine hieß,
Wird auch in dieser finsterniß
Mein tröster, licht und führer heissen
Und mich aus allen ängsten reissen.
Druckt er mir dann die augen zu;
So bin ich völlig in der ruh.

7 Ob schon des creutzes schwere last
Die schwache schultern traurig drücket,
Wenn auch die alte schlang nicht rast,
Und manche pfeile auf mich schicket;
So ist ja eben diß der pfad,
Den Gottes Sohn betreten hat,
Als er zu seinem Vater gangen:
Je näher wir zur stadt gelangen,
Je mehr man hunde bellen hort,
Und durch vertiefte wege fährt.

8 Da seh ich denn den Gottes Sohn
Holdselig mir entgegen eilen,
Und seinen glorieusen thron
Mt mir, als seiner braut zu theilen:
Willkomm'n, willkomm'n willcomm'n erklingt,
Das durch den ganzen himmel dringt
Vonder verklärten geister chören,
Da werd ich menen namen hören,
Und wer mich hier im Herrn gekont,
Biet't mir frolockend hier die hand.

9 Ey, heißt es dann, bist du auch da,
Hast du nun völlig überwinden?
Triumph, triumph, victoria!
Hast du die frohe ruh gefunden?
Denn eilen sie in dieser ruh
Als kinder,ihrem Vater zu,
Ihm unter lauter glorie singen,
Den neuen himmels-gast zu bringen,
Sie beten ihn in demuth an,
Für das was er mir guts gethan.

10 Hier lieg ich, wie gebunden da!
Dort werd ich jauchzend mit ihm springen,
Und ein erquickend gloria,
Und heilig, heilig, hielig singen:
Angst, klagen, jammer, noth und leid
Verwandlen sich in ruh und freud;
Die thränen, die sich hier ergiessen,
Die werden dort wie perlen fliessen;
In meines frommen Vaters haus
Wird lauter gold und perlen draus.

11 Und was mich noch am meisten freut,
Ist dis, daß alle meine sünden,
Und alle last der sterblich keit
Wie rauch im starken wind verschwinden,
Und kurz, hier hab ichs ewig gut,
Ich schwimm in einer friedens-fluth:
Was Vater Sohn und Geist geniessen,
Soll ewig stromweis auf mich fliessen,
ich soll, und nicht zum blossen schein,
Bey Gott nun ewig selig seyn.

12 Auf, auf, meine geist, ermuntre dich
Bey allen deinen schweren leiden:
O glaube Jesu sicherlich,
Dis ist der nächste weg zur freuden;
Ergieb in kindlicher geduld
Dich deines Vaters lieb und huld:
Er wird in seinen treuen händen
Dich unaussprechlich schön vollenden,
Und ehe du dicht wirst versehn,
Wirst du verklärt dort oben stehn.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #626

Text Information

First Line: Ich eile meiner Heimat zu

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