1 Kinder, lernt die ordnung fassen,
Die zum seligwerden führt.
Dem muß man sich überlassen
Der die ganze welt regiert.
2 Höret auf zu wider streben;
Gebt euch eurem Heiland hin.
so giebt er euch geist und leben,
Und verüandert euren sinn.
3 Selber könnt ihr gar nichts machen;
Denn ihr seyd zum guten todt.
Jesus führt die seelen-sachen,
Er allein hilft aus der noth.
4 Bittet ihn um warher reue,
Bitter ihn um glaubenskraft;
So geschiehts, daß seine treue
Neue herzen in euch schaft.
5 Sucht erkenntniß eurer sünden.
Forscht des bösen herzens grund.
Lernt die greuel in euch finden.
Da ist alles ungesund!
6 Jesus wird es euch entdedken.
Bittet ihn, der alles kan.
Alsdenn schauet ihr mit schrecken
Euren seelenjammer an.
7 So wird bald vor euren augen
Euer wandel, thun und sinn
Sündlich seyn und gar nichts taugen.
So fällt aller ruhm dahin.
8 So vergeht der kalte schlummer,
Und di wilde sicherheit.
Furcht und schaam und tiefer kummer
Weinet um die seligkeit.
9 Dis von Gott gewikte trauen
Reißt von aller sünde los.
Und wie lange muß es dauren?
Bis zur ruh in Jesu schooß.
10 Fühlt ihr euch nur recht verloren,
Daß ihr höllenkinder seyd;
O, so wird der trieb geboren,
Der nach nichts, als gnade schreyt.
11 Und als solche kranke sünder
Sucht der gnade licht und spur.
Werdet rechte glaubenskinder;
Denn der glaube rettet nur.
12 Glauben heißt, die gnad erkennen,
Die den sünder selig macht:
Jesus meinen Heiland nenne,
Der auch mir das heil gebracht.
13 Glauben heißt, nach gnade dürsten,
Wenn man zorn verdienet hat;
Denn das blut des lebensfürsten
Macht uns selig, reich und fatt.
14 Glauben heißt, den Heliland nehmen,
Den uns Gott vom himmel giebt:
Sich vor ihm nicht knechtisch schämen,
Weil er ja die sünder liebt.
15 Glauben heißt, der gnade trauen,
Die uns Jesu wort verspricht.
Da verschwindet furcht und grauen
Durch das süsse glaubenslicht.
16 Ja, der glaube tilgt die sünden,
Wäscht sie ab durch Christi blut,
Und läßt uns vergebung finden,
Alles macht der glaube gut.
17 Darum glaubt, und schreyt um glauben,
Bis ihr vest versichert seyd,
Satan könn euch nicht mehr rauben,
Ihr habt gnad und seligkeit.
18 Denn wird ohne viel beschwerden
Euer blind und todes herz
Brunstig, fromm uhnd heilig werden,
Und befreyt vom s¨ndenschmerz.
19 Was vorher unmöglich scheinet,
Was man nicht erzwingen kan:
Das wird leichter, alsman meynet,
Zieht man nur erst Jesum an.
20 Diese ordnung lernt verstehen,
Kinder kehrt sie ja nicht um;
So wird alles selig gehen,
So bekleibt das Christenthum.
Woltersdorf: Ernst Gottlieb W., as a hymn writer, preacher, prolific writer and educators in the field of Erbauungslitteratur one of the most outstanding representatives of pietistic healthy heart and mind towards the middle of the 18th Century. He was born on 31 May 1725 as the sixth son of the preacher to Gabriel Luke Friedrichsfelde in Berlin, who was appointed 10 years after its birth as a preacher at the St. George Church in Berlin. The blessing of a serious Christian education accompanied him to the Berlin High School to the gray convent, from which he received in 1742, only 17 years old, the University of Halle, to be under the direction of the pietistic school teachers belonging to J. Lange, Michael, Baumgarten and Knapp to pay the… Go to person page >| First Line: | Kinder, lernt die Ordnung fassen |
| Author: | Ernst Gottlieb Woltersdorf |
| Language: | German |
| Copyright: | Public Domain |
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