Mein Mittler nimmt die Suender an

Mein Mittler nimmt die Suender an

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1 Mein Mitler nimt die sünder an.
Das kan man frey von allen sagen.
Doch, wers auf sich nicht deuten kan,
Der bleibt ein kind der ew'gen plagen.
Was hilft mir alle seligkeit,
Die Gott so reichlich anerbeut,
Wenn ich sie nicht zu eigen kriege?
Da kommt man erst zum gluabenssiege,
Wenn man versichert sagen kan:
Auch mich, ja, mich nimt Jesus an.

2 Ja, Jesus nimt die sünder an.
Die aber, die sich nicht bequemen, Den
holden freund, den schmerzensmann
Zu ihrem Heiland anzunehmen,
Die, lag ich, nimt er auch nicht an.
Du fragst: warum? weil er nicht kan:
Denn uns zum seligwreden zwingen,
Was würde das für früchte bringen?
Wer sterben will, der stirbt im bann.
Wer willig kommt, den nimt er an.

3 Ja, Jesus numt die sünder an,
Die sünder, so die schuld erkennen.
Wer aber noch nicht glauben kan,
Das er mit recht verdammt zu nennen;
Wem Jesus noch nicht nöthig scheint,
Der kommt nicht zu dem sünderfreund.
Und aller sünder, die nicht kommen,
Die werden auch nicht angenommen.
Sonst bleibt das wort für jederman:
Komm, Jesus nimt die sünder an.

4 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die ihre seelennoth empfinden,
Die sich im schweren sündenbann,
Als arme würmlein schmerzlich winden.
Die ganz beschämt von ferne stehn,
Und ihren tiefen greuel sehn;
Die gar nichts guts an sich erkennen,
Sich selbst von herzen gottlos nennen;
Die hören ihre lust daran:
Mein Heiland nimt die sünder an.

5 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die ihren jammer nicht verschweigen;
Nein, ihm auch den geheimsten bann
Mit unverfälschtem herzen zeigen.
Denn wer die s¨¨nde frey gesteht,
Den läßt die höchste Majestät
Zur ewig treuen gnade kommen.
Was man bekennt, wir weggenommen,
Daß man mit beugung sagen kan:
Mich aremen wurm nimt Jesus an.

6 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die sich wahrhaftig so empfinnen.
Denn wer sich sünder nennen kan,
Und fühlt doch nicht die last der sünden;
Wer mit dem armen sünder spielt,
Und doch noch gern in sünden wühlt;
Auch wer sich für gerecht erkennet,
Und nur zur beichte sunder nennet:
Der bleibt gewiß im ew'gen bann.
Denn Jesus nimt nur sünder an.

7 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die armen, ja die armen sünder.
O, kriecht doch so zum creutz hinan,
Als ganz verlorne Adamskinder.
Denn wer was gutes mit sich bringt,
Und wem sein eignes thun gelingt,
Wer sich nicht tod und gottlos achtet,
Wer nicht nach blosser gnade trachtet;
Dem bleibt der herr ein fremder mann.
Warum? er nimt nur sünder an.

8 Ja, Jesus nimt die sünder an,
So bald sie sich so elend finden,
Daß ihnen sonst nichts helfen kan,
Als Er, der Tilger aller sünden.
Wem Jesus unentbehrlich wird,
Dem ist er schon der gute hirt,
Der darf nicht erst noch viele zähren
Und größte traurigkeit begehren;
Weil man ihn frey versichern kan:
Dein Heiland nimt dich so schon an.

9 Ja, Jesus nimt die sünder an.
Und wenn man gleich, so wie man solte,
Die schuld noch nicht erkennen kan,
Doch aber gern erkennen wolte;
Wenn oft ein sünder mit verdruß
Sein hartes herz empfinden muß;
So darf er doch zu Jesus kommen,
Und wird gewiß so angenommen,
Weil er das herz erweichen kan.
Denn seine huld nimt sünder an.

10 Ja, jesus nimt die sünder an,
Die ihre sünden nicht mehr lieben,
Und, wenn ihr fleisch sie lieben kan,
Sich doch im ernst darum betrüben.
Denn wer noch willig böses thut,
Verachtet das versöhnungsblut,
Und die, so sich nicht helfin lassen,
Kan Jesu gnade nicht umfassen,
Weil sie das wort nicht reitzen kan:
Dein Heiland nimt die sünder an.

11 Ja, jesus nimt die sUunder an,
Die nichts, als seelen-rettung suchen,
Und alles, was sie hindern kan,
Zwar selbst nicht dämpfen, doch verfluchen.
Ach seelen, laßt die tücken seyn,
Räumt ihm die ganzen herzen ein.
Entdeckt ihm alle seelenketten,
Und laßt euch doch von allem retten.
So heißts für euch und jederman:
Mein Heiland nimt die sünder an.

12 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die ihm gebeugt zu fusse fallen;
Die so, wie jeder weiß und kan,
Um hülfe schreyn, um gnade lallen.
Und wer aus armuth wenig sagt,
Ja oft wohl nur mit seufzen klagt,
Und, wenn der mund vor kummer schweiget,
Sein elend nur von ferne zeuget:
Auch der hat wahren theil daran>
Denn er nimt uns als sünder an.

13 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die keinen andern Heiland wissen.
Wer sich nichts süssers denken kan,
Als Christi theure wunden küssen,
Wer nach dem blut des Lammes schreyt,
Wer sich des leidens Jesu freut,
Wer seinen blut'gen schweiß verehret,
Das wort vom creutz mit freuden höret;
Dem wird das siegel aufgethan,
Da lief't er: mich nimt Jesus an.

14 Ja, Jesus nimt die sünder an,
Die mit vertrauen zu ihm kommen.
Wohl dem, der ihn so gut er kan,
Recht zuversichtlich angenommen.
Der schmeckt des Heilands freundlichkeit.
Allein, wer sich vergeblich scheut,
Das Heil so gläubig anzunehmen,
Dem schadet sien vekehrtes schämen.
Ihr armen kommt doch dreist heran.
Nehmt ihn, und glaubt: er nimt euch an.

15 Ja, jesus nimt die sünder an,
Die arm und redlich zu ihm kommen.
Wer sich nun so erkennen kan;
Den hat der Herr schon angenommen.
Nur schade daß man ihm nicht traut,
Und auf sein wort nicht besser haut.
Da dünkt uns fern, was wir schon haben.
So bleibt das herz in noth begraben,
Bis mans dem worte glauben kan:
Ich bin schon sein;
Er nimt mich an.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #445

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