Menschenkind, merk eben, was da sei dein Leben

Menschenkind, merk eben, was da sei dein Leben

Author: Michael Weisse
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1. Menschenkind! merk' eben,
Was da sei dein leben,
Warum hat Gott seinen Sohn
Gesandt von dem höchsten thron,
Hat lassen mensch werden
Hier auf dieser erden.

2.Nämlich daß er lehret,
Dich zu sich bekehret,
Für deine schuld stürbe,
Dir gnad' erwürbe,
Dich vor Gott vertrete,
Und stets für dich bete.

3. Und daß er durch seinen Geist,
Den er einen Tröster heißt,
Und durch sein wort kommen
Dir zu trost und frommen,
Möcht' in dienen. herzen
Wohnen ohne schmerzen.

4. Ei gib statt diesem Geist,
Und thu', was dich Gott heißt,
Oeffne dien' herzenspfort',
Daß Christus durch sein wort
In dich möge kommen,
Und stets in dir wohnen.

5. Alsdann sieh gar eben,
Daß du dich ergeben,
In Gott selig leben,
Ihm nicht widerstreben,
Sondern seinen willen
Allzeit wirst erfüllen.

6. Seine lieb' beweisen,
Mit der that ihn preisen,
Stets in allen sachen
munter sein und wachen,
Daß du ihm in allem
Mögest wohlgefallen.

7. Wirst du dich recht halten,
So wird er dein walten,
Dich lassen genießen
Friedsames gewissen,
Dir auch zeugniß geben
Zum ewigen leben.

8. Jetzt mußt du viel leiden,
Deinen willen meiden,
Und auf allen seiten
Mit dem satan streiten,
Doch es wird dir wohlgeh'n,
So du dies wirst aussteh'n.

9. Denn der Herre wird dir
Durch den tod kommen schier,
Deine seel' abscheiden
Zur ewigen freuden,
Bis die posaune geht
Und alles fleisch aufsteht.

10. Dann wird er leibhaftig,
Sehr herrlich und kräftig
Von dem himmel steigen,
Reden und nicht schweigen,
Dir und allen sagen,
Die jetzt ein joch tragen:

11. Kommt, ihr g'benedeiten
Zu der rechten seiten,
kommt, ihr auserkornen,
In mir neugebornen,
In meines Vaters reich,
Längsten fertig für euch.

12. Alsdann wirst du froh sein
Und ledig aller pein,
Im verklärten leben
Mit dem Herren schweben,
Voller freud' und wonne
Leuchten, wie die sonne.

13. Wohl nun dem, den Gott zeucht
Und durch seinen Giest erleucht't,
Daß er Christum annimmt,
Wenn er durch sein wort kömmt,
Und bei ihm sein fleiß thut,
Dann seine sach' ist gut.

14. Wer aber nichts achtet,
Nach Christo nicht trachtet,
Sein hie zu genießen,
Der soll diesmal wissen,
Daß er dort wird müssen
In der höllen büßen.

15. O komm, Herre Jesu!
Schick dein armes volk zu,
Daß es deinen willen thu,
Darnach in deiner ruh'
Lobe deinen namen
In ewigkeit. Amen.

Source: Kirchen-Gesangbuch: für Evangelisch-Lutherische Gemeinden #32

Author: Michael Weisse

Michael Weiss was born at Neisse, in Silesia. He was a pastor among the Bohemian Brethren, and a contemporary with Luther. His hymns have received commendation. He died in 1540. --Annotations of the Hymnal, Charles Hutchins, M.A. 1872.… Go to person page >

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