1 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn,
mein Bruder und mein Gnadenthron,
mein höchste Freud und Wonne,
du dir in Alles sonnenklar
und klarer als die Sonne,
herzlich lieb ich
mit Gefallen dich vor allen;
nichts auf Erden
kann und mag mir lieber werden.
2 Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich,
daß ich nicht gnug kann lieben dich,
wie ich dich liebet, wollte;
je merh ich lieb, se mehr ich find,
in Liebe gegen dich entzünd't,
daß ich dich lieben sollte.
Von dir laß mir
deine Güte in's Gemüthe
lieblich fließen,
so wir sich die Lieb ersetzen.
3 Durch deine Kraft treff ich das Ziel,
daß ich so viel ich soll und will,
dich allzeit lieben könne.
Nichts auf der ganzen weiten Welt,
Pracht, Wallust, Ehre, Freud und Geld,
wenn ich es recht besinne,
kann mich ohn dich
gnugsam loben; ich muß haben
reine Liebe,
die tröst't wenn ich mich betrübe.
4 Denn wer dich liebt, den liebest du,
schaffst seinem Herzen Fried und Ruh,
erfreuest sein Gewissen.
Es geh auf Erden, wie es will,
laß sein des Kreuzes noch so viel,
soll er doch dein genießen,
endlich, ewig,
nach dem Leide große Freude
wird er finden,
alles Trauern muß verschwinden.
5 Kein Ohr hat jemals dies gehört,
kein Mensch gesehen, noch gelehrt,
es läßt sich nicht beschreiden,
was denen dort für Herrlichkeit
bei dir und von dir ist bereit,
die in der Liebe bleiben.
Gründlich läßt sich
nicht erreichen, noch vergleichen,
der Welt Schätzen
dies, was uns dort wird ergötzen.
6 Drum laß ich billig dies allein,
o Jesus meine Sorge sein,
daß ich dich herzlich liebe,
daß ich in dem, was dir gefällt
und mir dein klares Wort vermeldt,
aus Liebe mich stets übe;
bis ich endlich
wer abscheiden und mit Freuden
zu dir kommen,
aller Trübsal ganz entnommen.
7 Du werd ich deine Süßigkeit,
die jetzt berühmt ist weit und breit,
in reiner Liebe schmecken
und sehn dein lieblichs Angesicht
mit anverwandtem Augenlicht,
ohn alle Furcht und Schrecken
Reichlich werd ich
sei erquicket und geschmücket
vor dem Throne
mit der schönsten Himmelskrone.
Johann Heermann's (b. Raudten, Silesia, Austria, 1585; d. Lissa, Posen [now Poland], 1647) own suffering and family tragedy led him to meditate on Christ's undeserved suffering. The only surviving child of a poor furrier and his wife, Heermann fulfilled his mother's vow at his birth that, if he lived, he would become a pastor. Initially a teacher, Heermann became a minister in the Lutheran Church in Koben in 1611 but had to stop preaching in 1634 due to a severe throat infection. He retired in 1638. Much of his ministry took place during the Thirty Years' War. At times he had to flee for his life and on several occasions lost all his possessions. Although Heermann wrote many of his hymns and poems during these devastating times, his persona… Go to person page >| First Line: | O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron |
| Author: | Johann Heermann |
| Language: | German |
| Copyright: | Public Domain |
Suggested tune: a href="https://hymnary.org/tune/wie_schon_leuchtet_nicolai">WIE SCHÖN LEUCHTET
My Starred Hymns