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O Liebe, die den Himmel hat zerrissen

O Liebe, die den Himmel hat zerrissen

Author: Christian Friedrich Richter
Published in 14 hymnals

Full Text

44 O Liebe, die den himmel hat zerrissen,
Die sich zu mir ins elend niederließ,
Was für ein trüb hat dich bewegen müssen,
Der dich zu mir ins jammerthal verwies?
Die liebe hat es selbst gethan,
Sie schaut als mutter mich in meinen jammer an.

2 Die liebe ist so groß in deinem herzen,
Daß du für mich das großte wunder thust:
Die liebe macht dir meiner wegen schmerzen,
Daß, mir zu gut, du unter vormen ruhst.
O! uner hörter liebes-grad,
Der selbst des Vaters wort ins fleisch gesenket hat.

3 Die liebe ist mein anverwandter worden,
Mein bruder ist selbst die barmherzigkeit,
Der Gottheit quell lebt nun in meinem orden,
Die ewigkeit, vermählt sich mit der zeit.
Das leben selbst ist mensch geboren,
Der glanz der herrlickeit, das licht das wir verloten.

4 In ihm wird nun die menschheit ausgesöhnet,
Die reinigkeit der seelen wiederbracht,
Sie wird als braut der Gottheit nun gekrönet,
Da sie der himmel selbst so angelacht;
Die menschheit wird non ganz erneut,
Und als ein reiner thron der Gottheit eingeweiht.

5 Die weisheit spielt nun wieder auf der erden,
Dadurch das paradies im menschen grünt:
Nun kömmen wir aus Gott geboren werden,
Weil die geburt des Herren dazu dient;
Die wohlgeborne seele sp¨rt,
Daß sie ein andrer geist aus ihrem ursprung rührt.

6 Kein elend kan nun unser herz besiegen,
Immanuel ist bey uns in der noth,
Ich darf ja nur die gnaden-quelle rügen,
so dient mir selbst das elend und der rod:
Der jammer hängt mir nur noch an,
Der mir in Christe doch nicht schädlich werden kan.

7 Die sünde kan mich auch nicht mehr verdammen,
Dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist:
Was schaden nun der seelen ihre flammen,
Weil Christi blut und wasser in sie fließt?
Immanuel löscht ihren trieb,
Er läßt die seele nicht, er hat sie viel zu lieb.

8 Ich habe nun ein ewig leben funden,
Viel reichthm, ehr und wollust schenkt er mir,
Ich ben mit ihm, er ist mit mir verbunden.
Den ich in mir mit liebes-wirkung spür;
Ich bin vergnügt und ganz gestillt,
Weil mich der lautre strom aus seiner lieb' erfüllt.

9 Auf! auf, mein geist vergiß die trauer-lieder,
Erfreue dich in dieser liebes-macht,
Des himmels kraft und glanz bestrohl dich wieder,
Und der verlust ist völlig wiederbracht.
O! ewig, ewig wohl ist mir,
Daß ich in Christe nun ein wohlgefallen spür.


Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #45

Author: Christian Friedrich Richter

Richter, Christian Friedrich, son of Sigismund Richter, Rath and Chancellor to Count von Promnitz at Sorau, in Brandenburg, was born at Sorau, Oct. 5, 1676. At the University of Halle he was first a student of medicine and then of theology. In 1698, A. H. Francke appointed him Inspector of the Paedagogium, and then made him, in 1699, physician in general to all his Institutions. In company with his younger brother, Dr. Christian Sigismund Richter, he made many chemical experiments, for which he prepared himself by special prayer; and invented many compounds which came into extensive use under the name of the “Halle Medicines," the most famous being the Essentia dulcis, which was a preparation of gold. He died at Halle, Oct. 5, 1711 (Koch,… Go to person page >

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First Line: O Liebe, die den Himmel hat zerrissen
Author: Christian Friedrich Richter

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Concordia-Kinderchoere #d146
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Erbauliche Lieder-Sammlung zum Gottesdienstlichen Gebrauch in der vereingten evangelisch lutherischen Gemeinen in N. America ... l.Aufl. #d492
Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #45TextPage Scan
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