Oeffne mir die Perlenthore

Oeffne mir die Perlenthore

Author: Wolfgang Christoph Dessler
Published in 4 hymnals

Representative Text

1 Oeffne mir die Perlenthoren,
o du Schmuck der Himmelsstadt,
Licht vom Licht zum Lict erkoren,
eh die Welt den Anfang hatt'.
Eile, Liebster, heimzuführen
meine Seele, deine Braut,
die du dir hast anvertraut.
Laß mich diese Klarheit zieren,
wo mich keine Sündenmacht
mehr betrübt und traurig macht.

2 Ich lieg schon in deinen Armen
durch den glauben festgeschränkt,
und durch deiner Lieb Erbarmen
wird mir Freude eingeschenkt,
die nach Himmelsmanna schwecket,
das du in der Ewigkeit
meiner Seele hast bereit't.
Aber diese Lust erwecket
Durst, den nichts, mein Gott, als du
sättiget in voller Ruh.

3 Es verlanget mich, zu sehen
ohne Decke dein Gesicht,
und von Sünden frei zu stehen,
reines Lamm! in deinem Licht,
doch ich will dir nichts vorschreiben,
und mein Himmel ist schon hier,
wirst du meiner Seele Zier,
nur mit mir vereinigt bleiben;
denn wie sollt doch ohne dich
Himmelslust vergnügen mich?

4 Du bist meiner Seelen Wonne,
wenn mich Angst betrüben will,
mein Herz nennt dich seine Sonne,
und das Sorgenmeer wird still,
wenn mir deine Blicke lachen,
deren lieberfüllter Strahl
trennet alle Noth und Qual;
du kannst mich vergnüget machen,
in dir hab ich Himmelsfreud,
außer dir Verdruß und Leid.

5 Laß mich, Baum des Lebens! bleiben
an dir einen grünen Zweig,
stärker werd und höher steig,
auch im glauben Früchte bringe;
und versetz mich nach der Zeit
in das Feld der Ewigkeit,
da ich mich in dir verjünge,
wenn des Leibes welkes Laub
wieder grünt aus seinem Staub.

6 Gieß indessen in die Seele
deinen süßen Lebenslast,
Leben! dem ich mich vermähle,
und laß deiner Liebe Kraft
mich ganz gnadenvoll erlaben;
bleibe mein, ich bleibe dien,
dein will ich auf ewig sein.
Dich, mein Jesu! will ich haben,
Erd und Himmel acht ich nicht
ohne dich, mein Trost und Licht!



Source: Evang.-Lutherisches Gesangbuch #467

Author: Wolfgang Christoph Dessler

Dessler, Wolfgang Christoph, son of Nicolaus Dessler, jeweller, at Nürnberg, was born at Nürnberg, Feb. 11, 1660. His father wished him to become a goldsmith, but, as he was not physically suited for this, he was permitted to begin the study of theology at the University of Altdorf. His poverty and bodily weakness forced him to leave before completing his course, and, returning to Nurnberg, he supported himself there as a proof reader. Becoming acquainted with Erasmus Finx or Francisci, then residing in Nürnberg, he was employed by Finx as his amanuensis, and at his request translated many foreign religious works into German. In 1705 he was appointed Conrector of the School of the Holy Ghost at Nürnberg, where he laboured with zeal and… Go to person page >

Text Information

First Line: Oeffne mir die Perlenthore
Author: Wolfgang Christoph Dessler
Language: German
Copyright: Public Domain

Notes

Suggested tune: SOLLT ICH MEINEM GOTT =================== Oeffne mir die Perlenpforten. [Longing for Heaven.] Founded on Rev. xxii. 14. First published 1692 in 6 stanzas. It is translated as “Now the pearly gates unfold,” by Miss Winkworth, 1858, p. 176. --Excerpts from John Julian, Dictionary of Hymnology (1907)

Timeline

Instances

Instances (1 - 4 of 4)

Davidisches Psalter-Spiel der Kinder Zions #d810

Text

Evang.-Lutherisches Gesangbuch #467

Page Scan

Gesangbuch der Evangelischen Kirche: herausgegeben von der Deutschen Evangelischen Synode von Nord-Amerika #633

Gesangbuch in welchem ein Sammlung geistreicher Lieder befindlich #d518

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