Zieh mich dir nach, so laufen wir

Zieh mich dir nach, so laufen wir

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1 Zieh mich dir nach, so laufen wir
Mein licht, mein weg, mien führer,
Mein theil in jeglichem revier,
Mein rath und mein regierer,
Mein sprachgesell, trost und panier,
Mein stab und stärke, mein quarrier,
Immanuel, mein alles.

2 Mein licht, das alle welt durchbricht,
Wohl mir bey deinem scheine;
Strahlst mir ins herz und angesicht,
Durchbringst mark und gebeine;
Erleuchte mine finsterniß,
Mach meinem gang licht und gewiß:
Zieh mich, ich will dir folgen.

3 Mein weg,ich gehe nicht von dir,
Wohl mir, daß ich dich funden;
Die alten wege grauen mir,
Der schlamm ist u¨berwunden:
Nim vollends allen unrath weg,
Erhalte mich auf deinem steg;
So wand'lich in dir frölich.

4 Mein führer, ich verlange nur
Von dir geführt zu werden.
Ohn dich folgt man nur falscher spur,
Und finde nichts, als beschwerden.
Ach! führe mich nach deinem rath,
Versüsse mir des creutzes pfad.
Zieh mich, so lauf ich richtig.

5 Mein theil in jeglichem revier;
Du Herr in allen landen;
Du wohnest dort, du wohnest hier,
Bist mir zu gut vorhanden.
Durch dich ist, was ich sehe, mein;
Doch sollst du mir das beste seyn.
Zieh mich in dien erkenntniß.

6 Mein rath, ich weiß von keinem rath,
Auch nur in kleinstem dingen;
Ach! rathe mir denn früh und spat,
So wird meine werk gelingen.
Ein pilgrim kommt in manche noth;
Bey dir ist rath für noth und tod.
Zieh mich nach deinem willen.

7 Regierer aller creatur,
Du mußt auch mich regiern,
Und alle dinge der natur
Bey mir auf gnade führen,
Nachdenken, wollen, reden, sehn
Soll nur nach deinem wink geschehn.
Zieh mich von mir selbst abe.

8 Mein sprachgesell, ermuntre mich,
Mit dir sein viel zu sprechen.
Sey meiner armuth förderlich,
Will mirs hierin gebrechen.
Unnütze worte laß mich fliehn;
Im guten mach mich weis' und kühn.
Zieh mich nach deiner weise.

9 Mein trost! wie unverhofs entsteht
Bey mir und meines gleichen
Angst, kummer, wenn es widrig geht,
Da, da must du nicht weichen.
In allem meinen angstgeschrey
Beschwör ich dich bey deiner treu:
Zieh mich in dien erbarmen.

10 Du mein panier, zu deiner fahn
Hab ich vorlängst geschworen;
Jetzt häng ich mich noch vester dran;
Solt ich so seyn verloren?
Nein, deine lieb ist über mir,
Kein einzger feind besieht vor dir.
Zieh mich dir nach im glauben.

11 Meine stab auf meiner wanderschaft,
Auf dich will ich mich lehnen.
Die creatur ist mangelhaft,
LaßΩ mich von ihr entwöhnen.
Mit dir komm ich am besten fort:
Es unterstütze mich dein wort:
So lauf ich deine wege.

12 Du stärke für den schwachen leib
Und für die müde seele,
Gib, daß ich allzeit an dir bleib,
An dir, du lebensöhle;
Ermuntre mich, wenn ich gesund,
Belebe mich, wenn ich verwundt:
So lauf ich rüstig weiter.

13 Du mien quartier und ruhestatt,
In dir ist gut zu rasten.
Bin ich von meiner reise matt,
Gedruckt von manchen lasten;
An deiner liebesvollen brust
Erhol ich mich nach aller lust.
Ach zieh mich in dein herze.

14 Immanuel, mein Jesu Christ,
der du so manche weg
Zu meinem wohl gereiset bist;
Ich bitt, ich hirt, ach präge
Mit dis auf allen wegen ein:
Zieh mich dir nach so bleib ich dein,
Und du verbleibst mein alles.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #688

Text Information

First Line: Zieh mich dir nach, so laufen wir
Language: German
Copyright: Public Domain

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