Ich sterbe täglich, und mein Leben

Ich sterbe täglich, und mein Leben

Author: Benjamin Schmolck
Published in 24 hymnals

Representative Text

1 Ich sterbe täglich, und mein Leben
eilt immerfort zum Grabe hin.
Wer kann mir einen Bürgen geben,
ob ich noch morgen lebend bin?
Die Zeit geht hin, der Tod kommt her,
ach wer nur immer fertig wär!

2 ein mensch, der sich mit Sünden träget,
ist immer reif zu Sarg und Grab;
der Apfel, der den Wurm schon heget,
fällt endlich unversehens ab.
Der alte Bund schließt keinen aus,
mein Leib ist auch in Todtenhaus.

3 Es schickt der Tod nicht immer Boten,
er kommet oft unangemeldt,
und fordert uns ins Land der Toden;
wohl dem, der Haus und Herz bestellt!
Denn ewigs Glück und Ungelück
hängt nur an einem Augenblick.

4 Herr aller Herren, Tod und Erden
hast du allein in deiner Hand:
wie lange du mir Frist gegeben,
das ist und bleibt mir unbekannt.
Hilf, daß ich jeden Zeigerschlag
an meinen Abschied denken mag.

5 Es kann vor Abends anders werden,
als es am Morgen mit mir war;
den einen Fuß hab ich auf Erden,
der andern auf der Todtenbahr;
ein kleiner Schritt ist nur dahin,
wo ich der Würmer Speise bin.

6 Ein einzger Schlag kann Alles enden,
wenn Fall und Tod beisammen sein;
doch schlage nur mit Vaterhänden,
und schleuß in der Leib zu Boden fällt,
die Seel an Jesu Kreuz sich hält.

7 Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen,
wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt;
drum bet ich bei gefunden Tagen:
Herr, ich befehl dir meinen Geist.
Verschließen meine Lippen sich,
so schreie Jesu Blut für mich.

8 Kann ich die Meinen nicht mehr segnen,
so segne du sie mehr als ich;
wenn lauter Thränen um mich regnen,
o Tröster so erbarme dich,
und lasse der Verlaßnen Schrein
durch deinen Trost erhörlich sein.

9 Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen,
so schließe mir den Himmel auf;
verkürze mir des Todes Schmerzen,
und hole mich zu dir hinauf:
so wird mein Abschied keine Pein,
zwar eilig, dennoch selig sein.



Source: Evang.-Lutherisches Gesangbuch #632

Author: Benjamin Schmolck

Schmolck, Benjamin, son of Martin Schmolck, or Schmolcke, Lutheran pastor at Brauchitschdorf (now Chrόstnik) near Liegnitz in Silesia (now Poland) was born at Brauchitschdorf, Dec. 21, 1672. He entered the Gymnasium at Lauban in 1688, and spent five years there. After his return home he preached for his father a sermon which so struck the patron of the living that he made Benjamin an allowance for three years to enable him to study theology. He matriculated, at Michaelmas, 1693, at the University of Leipzig, where he came under the influence of J. Olearius, J. B. Carpzov, and others, and throughout his life retained the character of their teaching, viz. a warm and living practical Christianity, but Churchly in tone and not Pietistic. In th… Go to person page >

Text Information

First Line: Ich sterbe täglich, und mein Leben
Author: Benjamin Schmolck
Language: German
Copyright: Public Domain

Timeline

Instances

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Der Christliche Saenger, eine Sammlung der Vornehmsten und Gebraeuchlichsten Lieder #d82

Der Sanger am Grabe #d91

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Deutsches Gesangbuch für die Evangelisch-Luterische Kirche in den Vereinigten Staaten: herausgegeben mit kirchlicher Genehmigung #632

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Deutsches Gesangbuch für die Evangelisch-Luterische Kirche in den Vereinigten Staaten: herausgegeben mit kirchlicher Genehmigung (22nd aufl.) #632

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Die Psalmen Davids: nebst einer Sammlung Geistlicher lieder für Oeffentlichen und Privat-Gottesdienst #485

Text

Evang.-Lutherisches Gesangbuch #632

Gesangbuch der Evangelischen Gemeinschaft für öffentlichen und häuslichen Gottesdienst #d380

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Gesangbuch für Gemeinden des Evangelisch-Lutherischen Bekenntnisses #475

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Gesangbuch für Gemeinden des Evangelisch-Lutherischen Bekenntnisses (14th ed.) #475

Kirchenbuch der Ev.- Luth.-Christus Gemeinde, in New York #d405

Reformirtes Gesangbuch erste Auflage #d117

Wolga Gesangbuch . . . der deutschen evangelischen Kolonien an den Wolga ... #d351

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