Lass deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren

Lass deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren

Author: Christian F. Gellert
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Representative Text

1 Laß deinen geist mich stets, mein Heiland, lehren,
Dein göttlich kreuz im glauben zu verehren,
Daß ich, getreu in dem beruf der leibe,
Mich christlich übe.

2 Das gute Thun, das böse fliehen und meiden,
Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig leiden.
Wer konnte wohl das böse sich erlauben
Und an dich glauben?

3 Und sollt ich nicht, wenn leiden hier auf erden,
Wenn kreuz mich trist, gelaßnes herzenswerden,
Da du so viel für uns, die wird verschuldet,
Liebreich erduldet?

4 Für welche du dein leben selbst gelassen,
Wie könnt ich sie, sie, meine Brüder, hassen?
Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten,
Für sie noch beten?

5 Ich will nicht haß mit bittrem haß vergelten,
Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten;
Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder,
Schaltet auch nicht wieder.

6 Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen,
Dies ist der dank für deines Kreuzes schmerzen,
Und Gott giebt uns die kraft in deinem Namen,
Dir nachzuahmen.

7 Unendliche Glück! du littest uns zu gute;
Ich bin versöhnt in deinem teuren blute.
Du hast mir heil, da du für mich gestorben,
Am kreuz erworben.

8 Ja nun bin ich schon selig hier im glauben;
Nun wird mir nichts, nichts meine krone rauben;
Nun werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben,
Einst ewig leben.

9 Gieb mir, daß ich stets deinen Pfad betrete,
Im glauben kämpf', im glauben wach' und bete,
Wie du, mein kreuz geduldig auf mich nehme,
Nie mich schäme.

10 Lockt böse lust mein herz mit ihrem reize,
So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze;
Und werd' ich matt im schaffen guter werke,
So sei mir's stärke.

11 Seh' ich dein kreuz den klugen dieser erden
Ein Ärgerniß und eine Torheit Werden:
So sei's doch mir, trotz alles frechen Spottes,
Die Weisheit Gottes.

12 Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern!
Erbarme dich, wenn einer von den Spöttern
Sich spät bekehrt, und dich, den er schmähet,
Um gnade fleket.

13 Wenn endlich, Herr, mich meine sünden kränken,
So laß dein kreuz mir wieder ruhe schenken!
Dein kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide,
Mir freid' und Freude.

Source: Das Gemeinschaftliche Gesangbuch: zum gottesdienstlichen Gebrauch der Lutherischen und Reformirten Gemeinden in Nord-America. (1st.. Aufl) #102

Author: Christian F. Gellert

Gellert, Christian Fürchtegott, son of Christian Gellert, pastor at Hainichen in the Saxon Harz, near Freiberg, was born at Hainichen, July 4, 1715. In 1734 he entered the University of Leipzig as a student of theology, and after completing his course acted for some time as assistant to his father. But then, as now, sermons preached from manuscript were not tolerated in the Lutheran Church, and as his memory was treacherous, he found himself compelled to try some other profession. In 1739 he became domestic tutor to the sons of Herr von Lüttichau, near Dresden, and in 1741 returned to Leipzig to superintend the studies of a nephew at the University. He also resumed his own studies. He graduated M.A. 1744; became in 1745 private tutor or l… Go to person page >

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