Nach dir, o Herr, verlanget mich, Du bist mein Gott, ich hoff auf dich

Nach dir, o Herr, verlanget mich, Du bist mein Gott, ich hoff auf dich

Author: Paul Gerhardt
Published in 4 hymnals

Representative Text

1 Nach dir, o Herr, verlanget mich,
Du bist mein Gott, ich hoff auf dich;
Ich hoff und bin der zuversicht,
Du werdest mich beschämen nicht.

2 Der wird zu schanden, der dich schändt
Und sein gemüthe von dir wendt:
Der aber der sich dir ergiebt,
Und dich recht liebt, bleibt undetrübt.

3 Herr, nim dich meiner seele an,
Und führe mich auf rechter bahn;
Las deine wahrheit leuchten mir
Im wege, der uns bringt zu dir.

4 Denn du bist ja meine einigs licht,
Sonst weiß ich keinen helfer nicht!
Ich barre dein bey tag und nacht:
Was ists, daß dich so säumend macht?

5 Herr, wende deine augen ab
Von dem was ich gesündigt hab;
Denk nicht an meinen sündenlauf,
Den ich geführt von jugend auf.

6 Gedenk an deine gütigkeit
Und an die grosse sußigkeit,
Damit dein herz zu trösten pflegt,
Das, was sich dir zu süssen legt.

7 Du, Herr, bist fromm und herzlich gut
Dem, der sich beugt und busse thut;
Wer deinen bund und zzeugniß hält,
Der wird erhalten wenn er fällt.

8 Ein herz, das sich vor dir recht scheut,
Das wird in seinem leid erfreut,
Und wenn die noth am tiefsten steht,
So wird kein creutz zur wonn erhöbt.

9 Nun, Herr, ich bin dir wohl bekant,
Mein leben ist in deiner hand:
Du siehest wie mein auge thränt
Und wie mein geist nach dir sich sehnt.

10 Die angst, so mir mein herze bringt
Und daraus so viel seufzer zwingt,
Ist groß; du aber bist der mann,
Dem nichts zu groß entstehen kan.

11 Drum sieht meine auge stets nach dir
Und trägt dir mein begehren für:
Ach laß doch, wie du pflegst zu thun,
Dein aug auf meinen augen ruhn.

12 Die weit ist flasch, du bist mein freund,
Ders treulich und von herzen meynt!
Der menschen gunst steht nur im mund,
Du aber liebst von herzensgrund.

13 Zerreiß die netz, heb auf die strick,
Zernicht des feindes list und tück,
Und wenn meine unglück ist vorbey,
So gib, daß ich auch dankbar sey.

14 Laß mein in deiner furcht bestehn,
Fein schlect und recht stets einher gehn;
Gieb mir die einfalt, die dich ehrt
Und lieber duldet als beschwert.

15 Regier und führe mich zu dir,
Auch andre christen neben mir;
Nim was dier mißfällt von uns hin,
Gieb neue herzen, neuen sinn.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #711

Author: Paul Gerhardt

Gerhardt, Paulus, son of Christian Gerhardt, burgomaster of Gräfenhaynichen, near Wittenberg, was born at Grafenhaynichen, Mar. 12, 1607. On January 2, 1628, he matriculated at the University of Wittenberg. In the registers of St. Mary's church, Wittenberg, his name appears as a godfather, on July 13, 1641, described still as "studiosus," and he seems to have remained in Wittenberg till at least the end of April, 1642. He appears to have gone to Berlin in 1642 or 1643, and was there for some time (certainly after 1648) a tutor in the house of the advocate Andreas Barthold, whose daughter (Anna Maria, b. May 19, 1622, d. March 5, 1668) became his wife in 1655. During this period he seems to have frequently preached in Berlin. He was appoint… Go to person page >

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Author: Paul Gerhardt
Language: German
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