Noch war kein Himmel, keine Sterne

Noch war kein Himmel, keine Sterne

Author: Johann Andreas Cramer
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Representative Text

1 Noch war kein Himmel, keine Sterne,
Kein firmament noch ausgespannt.
Gott sprach: und jene blaue ferne
Und jenes sternenheer entstand,
Und sonnen strahlten nun ihr licht
Mit aufgedecktem engesicht.

2 Noch war er nicht, der ball der erde,
Noch keine tiefe, keine höh.
Gott sprach allmächtig:
Erdball werde,
Verteile dich in land und see!
Nun stand er da; nun floß das Meer
Um die geschaffne erde her.

3 Noch war die erde nicht bekleidet,
Noch waren berg und thäler kahl.
Gott sprach: entsteht Gewächse, kleidet
Den berg, die Hügel und das thal!
Und die sonst nackte erde stand
Nun da im glänzenden gewand.

4 Noch war die erde, noch die Meere,
Mit lebenden nicht angefüllt.
Der Schöpfer sprach, zahllose Heere,
Belebt, mit sinnen ausgebildt,
Verbreiteten sich alsobald
Durch waffer, Luft, und Feld und Wald.

5 Nun zogen scharren hin und wallten
Durch Luft und Meer,
gebürgt und thal.
Und berg und thal, und Luft erschallten
Von ihrer stimme Wiederhall.
Und jedem war sein daseyn Luft;
Doch keins war seiner sich bewust.

6 Bewohnt, bevölkert und geschmücket
Stand nun die erde da; doch war
Auf ihr noch kein Geschöpf beglücket,
Noch keines von der grossen schaar,
Mit geist und Weisheit und verstand;
Noch keins
Das sienen Schöpfer kannt'.

7 Gott sprach: auch dies Geschöpfe werde,
Das seinen schöpfe werde,
Das seinen Schöpfer kennt und preist;
Nahm seinen Leib zwar von der erde,
Macht aber es durch einen geist,
Begabt mit Freiheit und verstand,
Zugleich mit sich, mit Gott, verwandt.

8 Erkenne, sprach er, meine milde,
Mit der ich dich, o mensch! beglückt;
Dich hab ich selbst nach meinem bilde
Mit Freiheit und verstand geschmückt;
Erkenne mich, leb mir zum preis,
Und thue willig mein Geheiß.

9 Preißt, menschen, preist den Gott der stärke,
Der blos durch seinen wink und ruf
So unermeßich grosse werke
Aus nichts, zu seinem press, schuf!
Preist ihn, und fürchtet ihn, den Herrn,
Thut sein Geheiß, und dient ihm gern!

10 Er schuf, was lebt und sich bewegt,
Allgutig schus er diese welt;
Er ists, der ihren bau noch träget,
Noch unterstüßet, noch erhält:
Er trägt das Meer, er trägt das land,
Den Himmel selbst auf seiner hand.

11 Was odem hat, und geist und leben,
Verkkindige des Schöpers ruhm!
Auch du, mein geist, fey ihm ergeben,
Sey fein geweihtes eigenthum;
Erzhähl, von ihm belebt, erfreut,
Des Schöpfers lob in Ewigkeit!

Source: Das Gemeinschaftliche Gesangbuch: zum gottesdienstlichen Gebrauch der Lutherischen und Reformirten Gemeinden in Nord-America. (1st.. Aufl) #26

Author: Johann Andreas Cramer

Cramer, Johann Andreas, born Jan. 27, 1723, at Jönstadt or Johann-Georgen-Stadt, in the Saxon Harz, where his father was pastor. After studying at the University of Leipzig, where he graduated M.A. in 1745, he was in 1748 appointed preacher at Crellwitz, near Lützen, and in 1750 Court Preacher and member of the Consistory at Quedlinburg. Four years later he became German Court Preacher to King Frederick V. of Denmark, at Copenhagen. There he obtained great fame as a preacher and teacher; and was appointed in 1765 Professor of Theology in the University. But after the accession of Charles VII., in 1766, the free-thinking party in the State gradually gained the ascendancy, and procured his removal; whereupon he was appointed, in 1771, Super… Go to person page >

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Das Gemeinschaftliche Gesangbuch: zum gottesdienstlichen Gebrauch der Lutherischen und Reformirten Gemeinden in Nord-America. (1st.. Aufl) #26

Evangelische Lieder-Sammlung #d249

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