So nun hab' ich obgesieget

So nun hab' ich obgesieget

Author: Gottfried Wilhelm Sacer
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Representative Text

1. So (nun) hab' ich obgesieget!
Mein lauf ist nun vollbracht.
Ich bin gar wohl vergnüget;
Zu tausend guter nacht!
Ihr aber, meine lieben!
Thut nicht so ängstiglich;
Was wollt ihr euch betrüben?
Steht's doch sehr gut um mich.

2. Denkt, vater! wie viel sorgen,
Wie manche wachenacht,
Wie manchen düstern morgen
Ein liebes kind oft macht!
Was ihm kann widerfahren,
Das fürchtet, der es liebt,
Den kummer könnt ihr sparen,
Drum, so seid nicht betrübt.

3. Ach, mutter! laßt die zähren,
Stellt euer klagen ein;
Des Höchsten sein begehren,
Das muß erfüllet sein.
Warum ihr jetzo weinet,
Und gar zu kläglich thut,
Das ist sehr wohl gemeinet;
Gott macht es alles gut.

4. Die freude, die sich reget
Bei einem wandersmann,
Wenn er die reise leget,
Und kommet glücklich an:
Die freude, die empfindet
Ein schiffer, wenn sich schier
Ein sich'rer hafen findet;
Die spür' ich jetzt bei mir.

5. Fahr' hin, o angst und schmerzen!
Fahr' immer, immer hin!
Ich freue mich von herzen,
Daß ich erlöset bin.
Ich leb' in tausend freuden
In meines Schöpfers hand;
Mich trifft und rührt kein leiden,
So dieser welt bekannt.

6. Die noch auf erden wallen
In irrthumsvoller zeit,
Vermögen kaum zu lallen
Von froher ewigkeit.
Viel besser, wohl gestorben,
Als in der welt gelebt;
Die schwachheit ist verdorben,
Worinnen ist geschwebt.

7. Schmückt meinen sarg mit kränzen,
Wie sonst ein stiegsmann prangt.
Aus jenem himmelslenzen
Hat meine seel' erlangt
Die ewig grüne krone.
Die werthe siegespracht
Rührt her von Gottes Sohne,
Der hat mich so bedacht.

8. Noch netzet ihr die wagen,
Ihr eltern! über mir;
Euch hat das leid umfangen,
Das herze bricht euch schier,
Des Vaters treue liebe
Sieht sehnlich in mein grab;
Die mutter stehet trübe,
Und kehrt die augen ab.

9. Ich war euch nur geliehen
Auf eine kurze zeit;
Will Gott mich zu sich ziehen,
So werfet hin das leid
Und sprecht: Gott hat's gegeben
Gott himm's, du hast es recht.
Bei dir steht tod und leben;
Der Mensch ist Gottes knecht.

10. Seht nicht an meine jahre;
Gedenkt vielmehr zurück,
Daß ich ein Mensch hier ware,
Und in dem augenblick
Zum tode reif und zeitig,
Von erster kindheit an.
Wie seid ihr doch so streitig
In dem, was Gott gethan?

11. Daß ich das grab muß sehen,
Zeigt unsern schwachen stand;
Daß es so bald geschehen,
Thut Gottes Vaterhand.
Gott wird das leid euch stillen;
Ich sterbe nicht zu jung.
Wer stirbt nach Gottes willen,
Der stirbt schon alt genung.

12. Schein' ich zu früh entnommen;
Sag' jemand, kann man auch
Zu früh' in himmel kommen?
Gott bleibt bei dem gebrauch!
Er eilet mit den seinen
Zur schönen himmelspracht;
Wer mag nun den beweinen,
Der bei den engeln lacht?

13. Fahr' wohl, o liebe seele!
Geneuß der süßen lust.
Uns, in der trauerhöhle,
Ist nichts hiervon bewußt.
Wann wird doch angelangen
Desselben tages schein,
Da du uns wirst umfangen?
O möcht' es heute sein!

Source: Kirchen-Gesangbuch: für Evangelisch-Lutherische Gemeinden #425

Author: Gottfried Wilhelm Sacer

Sacer, Gottfried Wilhelm, son of Andreas Sacer, senior burgomaster of Naumburg, in Saxony, was born atNaumburg, July 11, 1635. He entered the University of Jena in 1653, and remained there for four years as a student of law. He was thereafter for two years secretary to Geheimrath von Platen, in Berlin; and then tutor, first to a son of the Swedish Regierungsrath von Pohlen, and then to the sons of the Saxon Landhauptmann von Bünau. In 1665 he entered the military service under Herr von Mollison, commandant at Lüneberg, at first as regimental secretary, and afterwards as ensign. Soon tiring of this he went to Kiel in 1667, in order to graduate LL.D., but before doing so undertook a tour in Holland and Denmark with some young noblemen from… Go to person page >

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