Wer sich im Geist beschneidet

Wer sich im Geist beschneidet

Author: Laurentius Laurenti
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Representative Text

1 Wer sich im Geist beschneidet,
und als ein wahrer Christ
des Fleisches Tödtung leidet,
die so hoch nöthig ist,
der wird dem Heiland gleich,
der auch beschnitren worden,
und tritt in Kreuzes Orden
in seinem Gnadenreich.

2 Wer so dis Jahr anhebet,
der folget Christi Lehr,
weil er im Geiste lebet,
und nicht im Fleische mehr;
er ist ein Gotteskind,
von oben her geboren,
das Alles was verloren,
in seinem Jesu findt.

3 Doch, wie muß dies Beschneiden
im Geist, o Mensch, geschehn?
Du mußt die Sünde meiden,
wenn du wilst Jesum sehn;
das Mittel ist die Buß,
wodurch ein steinern Herze,
in wahrer Reu und Schmerze,
zerknirschet werden muß.

4 Ach, gieb zu solchem Werke,
in diesem neuen Jahr,
Herr Jesu, Kraft und Stärke;
daß ich sich offenbar
dein himmlische Gestalt
in vielen tausend Seelen,
die sich mit dir vermählen;
ja thu es, Jesu, bald.

5 Ich seufze mit Verlangen,
und Tausende mit mir,
daß ich dich mög unfangen,
mein allerschönste Zier.
Wenn ich dich hab allein,
was will ich mehr auf Erden?
Es muß mir Alles werden,
und Alles nützlich sein.

6 Ach, ihr verstockten Sünder,
bedenket Jahr und Zeit;
ihr abgewichnen Kinder,
die ihr in Eitelkeit
und Wollust zugebracht,
ach führt euch Gottes Güte
doch einmal zu Gemüthe,
und nehmt die Zeit in Acht.

7 Beschneidet eure Herzen,
und fallet Gott zu Fuß
in wahrer Reu und Schmerzen;
es wird die Herzensbuß,
in Gläubenskraft geschehn,
das Vaterherz bewegen,
daß man wird vielen Segen
in diesem Jahre sein.

8 Ja, mein Herr Jesu, gebe,
daß deine Christenschaar
mit dir im Geist so lebe
in diesem neuen Jahr,
daß sie in keiner Noth,
sich möge von die scheiden,
stärk sie im Kreuz und Leiden,
durch deinen bittern Tod.

9 So wollen wir dich preisen
die ganze Lebenszeit
und unsre Pflicht erweisen
in alle Ewigkeit,
da du wirst offenbar,
und wir, mit allen Frommen,
nach diesem Leben kommen
ins ewge neue Jahr.

Source: Evang.-Lutherisches Gesangbuch #589

Author: Laurentius Laurenti

Laurenti, Laurentius, son of Herr Lorenz, or Laurenti, a burgess of Husum, in Schleswig, was born at Husum, June 8, 1660. He entered the University of Rostock in 1681, and after a year and a half spent there, went to Kiel to study music. In 1684 he was appointed cantor and director of the music at the cathedral church at Bremen. He died at Bremen, May 29, 1722 (Koch, iv. 281; Rotermund's continuation of Jöcher's Gelehrten-Lexicon, iii. 1405, &c). Laurenti was one of the best hymn-writers of the Pietistic school. His hymns are founded on the Gospels for Sundays and Festivals, and they draw out the bearing on the Christian life of the leading thoughts therein contained. They are of noble simplicity; are Scriptural, fervent, and often of genu… Go to person page >

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First Line: Wer sich im Geist beschneidet
Author: Laurentius Laurenti
Language: German
Copyright: Public Domain

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