Werde munter, meine Seele

Werde munter, meine Seele

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1 Werde munter, meine seele!
Zu des Höchsten dankbarkeit.
Das ich seinen ruhm erzehle
Diesen tag und allezeit:
Weil er, auch in dieser nacht,
Mich so gnädig hat bewacht,
Daß ich nicht bin hingerissen
Von der macht der finsternissen.

2 O du grosser Gott der ehren,
Vater aller güt und gnad,
Wie soll ich genug verklären
Deine grosse wunderthat,
Die vor unfall mancher art
Mich so treulich hat bewahrt,
Daß ich heute meine pflichten
Mit gesundhiet kan verrichten.

3 O Jehova, mein vergnügen!
Sonne der gerechtigkeit,
Laß mich doch nicht länger liegen
In der seelen dunkelheit:
Laß doch deinen liebes schein
Auf mich stets gerichtet seyn,
Daß ich mit erfreuter seele
Deines namens ruhm erzehle.

4 Kan das licht der sonnen machen,
Daß die thiere lustig seyn,
daß die felder gleichsam lachen,
Durch den bunten blumen schein:
Ach! mein auserwähltes licht,
Was wirst du denn selber nicht
Dermaleins in jenem leben
Deinem volke wieder geben!

5 Nun, ich rese meine strassen,
herr, in deinem namen hin:
Laß mich, gänzlich dir gelassen,
Wandeln nur nach deinem sinn,
Gleich wie vormals deine knecht
Wandelten nach deinem recht,
Daß ich heut auf meinem wege
Deinen himmel überlege.

6 Sey dennn auch stets bey den meinen,
Die mich wünschen bald zu sehn;
Laß auf sie, als auf die deinen,
Deine gnaden augen gehn.
Führe sie doch allerweist,
Grosser Gott, druch deinen Geist,
Daß sie ja nicht hingerathen
In gefahr und missethaten.

7 Schaffe, daß sich ihre herzen
Mit mir sehnen nach der stadt,
Wo kein unfall, fünd noch schmerzen,
Das geringste an uns hat,
Sondern da uns deine brust
Ewig speis't mit himmelslust,
Da wir ewig werden stehen,
Und dein angesicht ansehen.

8 Herr, es steht in deinen händen,
Alle die gelegenhiet,
Wo ich mich hin werden wenden,
Zu regieren alleziet:
Wasser, wetter, wind und land,
Alles steht i deiner hand:
Ohne dich und dein bewegen
Kan sich kein geschöpfe regen.

9 Darum wollst du alles lenken
Nur allein nach deinem sinn,
Daß ich dadurch mög gedenken,
Wie ich dir verpflichtet bin:
Deine grosse güt und treus,
Weiche alle morgen neu,
Nach vollbringung meiner reisen,
Desto eifriger zu preisen.

10 Gib, das ich vorsichtig wandel
In gesellschaft böser leut:
Daß ich ja an ihrem handekl
Hab ein abscheu allezeit;
Doch, was ich nicht ändern kan,
Höre nur geduldig an,
Und sie doch, nach möglichkeiten,
Suche davon abzuleiten.

11 Laß mich so die reis' voll führen,
Daß ein jeder, wo ich bin,
Mög an meinem wandel spüren,
Adß ich ganz nach deinem sinn
Meine zeit will wenden an,
Bis ich endlich ewig kan,
Nach den schweren pilgrims-lasten,
Fried und freudenvoll ausrasten.



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #687

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First Line: Werde munter, meine Seele

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