Wo ist ein solcher Gott zu finden

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1. Wo ist ein solcher Gott zu finden,
Wie du bist, o Herr Zebaoth?
Der tilget und erläßt die sünden,
Und stets bei uns ist in der noth,
Der auch erretten kann vom tod:
Ach! dir ist niemand gleich, mein Gott!

2. Du ließest deinen donner hören,
Es leuchteten die blitze sehr,
Als wollten sie uns gar verzehren,
Die sünden wurden uns zu schwer,
Wir wußen, daß derselben wär,
Weit mehrer, als des sand's am meer.

3. Um trost war uns vorhin sehr bange,
Dein antlitz das verbarge sich,
Wir dachten, wo bleibt Gott so lange,
Will er denn zürnen ewiglich!
Doch warfst du bald die sünd' zurück,
Dein zorn währt einen augenblick.

4. Nun, daß wir auch noch alle leben,
Und, liebster Gott! nicht gar sind aus:
Ja, annoch hab'n, was du gegeben,
An menschen, vieh, auch hof und haus,
An früchten und was sonst mag sein,
Das ist ja deine güt' allein.

5. Denn daß wir möchten nicht umkommen,
Hast du dich so herzväterlich
Selbst unsrer seelen angenommen,
Dein Vaterherz bewegte dich,
Es ware ja ein liebestrieb,
Ach, wie hast du die leut' so lieb?

6. O lobe du nun, meine seele,
Den Herrn auf deiner herzenbahn,
Vergiß nicht in der leibeshöhle,
Was er dir gutes hat gethan:
er hat durch seine allmachtshand
Das schwere wetter abgewandt.

7. Es danket dir für solche treue,
Was, treuer Vater! in uns ist,
Daß deine güt' ist täglich neue,
Und zornig du gewesen bist,
Daß dein zorn sich gewendet hat,
Und du auch tröstest früh und spat.

8. O daß wir unser thun und dichten
Zu deinem steten ruhm und preis
Auf deine warnung möchten richten,
Und leben stets nach dein'm gebeiß,
Wenn unsere gelübde wir
Dir könnten nur bezahlen hier.

9. Ach! aber ach! wir armen sünder,
Jetzt stehen wir wohl aufgericht,
Sind aber schwache menschenkinder,
Von denen es gar bald geschicht,
Daß sie auch fallen unvermeint,
Indem sie kaum gestanden feind.

10. Darum, wenn unser lebenswandel
Nicht ist, wie er sein sollte nu,
So laß doch deinen pupurmantel
Stets die gebrechen decken zu.
Ach! handele nach deiner huld,
Und habe noch mit uns geduld.

11. Wenn hören wird die menschenheerde
Des endgericht's posaunenschall,
Wir sind auf erden oder erde,
So laß uns hör'n den gnadenhall;
Kommt ihr gesegnete zugleich,
Ererbet das beschied'ne reich.

12. Ach! daß wir dich schon sollten sehen
Von angesicht zu angesicht zu angesicht,
Und unter deinen schäflein gehen,
Die du von dir wirst lassen nicht.
Bereit' uns doch in dieser zeit,
Und hilf uns zu der seligkeit.



Source: Kirchen-Gesangbuch: für Evangelisch-Lutherische Gemeinden #394

Author: Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt

Ludämilia Elisabeth, second daughter of Count Ludwig Gunther I. of Schwarzburg-Rudolstadt, was born April 7, 1640, at the castle of Heidecksburg, near Rudolstadt, and was educated there along with her cousin Emilie Juliane (q.v.). In 1665 she went with her mother to the dowager castle of Friedensburg near Leutenberg; but after her mother's death, in 1670, she returned to Rudolstadt, where, on Dec. 20, 1671, she was formally betrothed to Count Christian Wilhelm of Schwarzburg-Sondershausen. At this time measles was raging in the district, and her eldest sister, Sophie Juliane, was seized, and died Feb. 14, 1672. By attending on her, Ludämilia and the youngest sister, Christiane Magdalene, caught the infection, and both died at Rudolstadt o… Go to person page >

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Author: Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt
Language: German
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