Zitternd und mit Angst erfuellt

Zitternd und mit Angst erfuellt

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1 Zitternd und mit angst erfüllt,
Fall ich dir zu fusse,
Grosser Gott! bey dim nichts gilt,
Als dein Sohn und busse,
Geh doch nicht
Ins gericht
Mit dem missethäter,
Bester aller väter.

2 Ach, wo denk und flieh ich bin,
Daß ich h¨lfe finde?
Ueber, all folgt, wo ich bin,
Mir mein feind, die sünde.
Sie, sie drobt
Mir den tod:
Gott will mein verbrechen,
Mit der hölle rächen.

3 Meine ganze seel erschrickt
Vor des rächers stimme.
Schreckensblick! zur rache zücht
Gott sein schwerdt im grimme.
Was sien ruf
Mächtig schuf
Dienet ihm zu wassen
Seinen feind zu strafen.

4 Ach wie unerträglich schwer
Sind der sünden ketten1
Wo kommt meine hülfe her?
Wer kan mich erretten?
Hartes joch!
Hilf Herr, doch!
Solle ichs länger tragen,
So müßt ich verzagen.

5 Wehe dem, der Gott verschmäht!
Weh dir frechem kinde1
Dein nur heuchlerisch gebet
Hält der Herr für sünde.
Dein geplerr
Haßt der Herr,
Ihm sind deine lieder
Und dein dienst zuwider.

6 Wenn ich bete, bet ich nicht
Aus des Geistes triebe.
Matt ist glaub und zuversicht;
Laulicht meine liebe.
Mir gefällt
Noch die welt;
Und in ihren netzen
Dien ich eiteln götzen.

7 Blosse weltgerechtigkeit
Ist vor Gottes augen
So, wie ein beflectes kleid;
Kan vor ihm nicht taugen.
Aeußrer schein
Kan allein
Uns vor menschen zieren;
Goty prüst herz und nieren.

8 Er hat sünden, zeit und ort
Auf sein buch geschrieben,
Ihm ist kein unnützes wort
Unbekant geblieben.
Was mein geist
Still beschleußt,
Was die list verstecket,
Ist vor ihm entdecket.

9 Der verdiente sünden-lohn
Macht dem herzen bange.
Ach, wie lange seufz ich schon?
Ach! mein Gott, wie lange!
Laß mein schreyn
Kräftig seyn!
Laß mein gläubig flehen
Du zu herzen gehen.

10 Vater! sieh auf Christi blut,
Sieh auf meinem bürgen;
Mir, mir sträflichen zu gut
Ließ er sich erwürgen.
Du gabst ihn
Für mich hin;
Durch sein blut-vergiessen
Heile mein gewissen.

11 Leib und seele will ich dir,
Herr! zu eigen geben.
Heiland! lebe du in mir;
Gib mir neues leben.
Ach, dein Geist,
Welcher heißt
Frommer seelen führe,
Sey auch mein regierer!



Source: Erbauliche Lieder-Sammlung: zum gottestdienstlichen Gebrauch in den Vereinigten Evangelische-Lutherischen Gemeinen in Pennsylvanien und den benachbarten Staaten (Die Achte verm. ... Aufl.) #479

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First Line: Zitternd und mit Angst erfuellt

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