Jesu, meines Lebens Leben

Full Text

1 Jesu, meines Lebens Leben,
Jesu, meines Todes Tod,
der du dich für mich gegeben
in die tiefste Seelennoth,
in das äußerste Verderben,
nur daß ich nicht möchte sterben.
Tausend- tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür.

2 Du, ach du hast ausgestanden
Lästerreden, Spott und Hohn,
Speichel, Schläge, Strick und Banden,
du gerechter Gottessohn!
nur mich Armen zu erretten
von des Teufels Sündenketten.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

3 Du hast lassen Wunden schlagen,
sich erbärmlich richten zu,
um zu heilen meine Plagen,
Um zu setzen mich in Ruh.
Ach, du hast zu meinem Segen
Lassen dich mit Fluch belegen.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

4 Man hat dich sehr hart verhöhnet,
dich mit großem Schimpf belegt
und mit Dornen gar gekrönet;
was hat dich dazu bewegt?
Daß du möchtest mich ergötzen,
mir die Ehrenkron aufsetzen.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

5 Du hast wollen seyn geschlagen,
zur Befreiung meine Pein,
fälschlich lassen dich anklagen,
daß ich könnte sicher sein.
Daß ich möchte trostreich prangen,
hast du sonder Trost gehangen.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

6 Du hast dich in Noth gestecket,
hast gelitten mit Geduld,
gar den herben Tod geschmecket,
um zu büßen meine Schuld.
Daß ich würde los gezählet,
hast du wollen seyn gequälet.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

7 Deine Demuth hat gebüßet
meinen Stolz und Uebermuth,
dein Tod meinen Tod versüßet;
es kommt Alles mir zu gut.
Dein Verspotten, dein Verspeien,
muß zu Ehren mir gedeihen.
Tausend- tausendmal sei dir,
Liebster Jesu, Dank dafür.

8 Nun ich danke dir von Herzen,
Jesu, für gesammte Noth,
für die Wunden, für die Schmerzen,
für den herben bittern Tod;
für dein Zittern, für dein Zagen,
für dein tausendsaches Plagen,
für dein Angst und tiefe Pein,
will ich ewig dankbar sein.

Source: Evang.-Lutherisches Gesangbuch #176

Author: Ernst C. Homburg

Homburg, Ernst Christoph, was born in 1605, at Mihla, near Eisenach. He practised at Nauraburg, in Saxony, as Clerk of the Assizes and Counsellor. In 1648 ho was admitted a member of the Fruitbearing Society, and afterwards became a member of the Elbe Swan Order founded by Rist in 1660. He died at Naumburg, Juno 2, 1681. (Koch, iii. 388, 392; Allegemeine Deutsche Biographie, xiii. 43, 44.) By his contemporaries Homburg was regarded as a poet of the first rank. His earlier poems, 1638-1653, were secular, including many love and drinking songs. Domestic troubles arising from the illnesses of himself and of his wife, and other afflictions, led him to seek the Lord, and the deliverances he experienced from pestilence and from violence led him… Go to person page >

Text Information

First Line: Jesu, meines Lebens Leben
Author: Ernst C. Homburg
Language: German
Copyright: Public Domain

Notes

Suggested tune: JESU MEINES LEBENS LEBEN

Timeline




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