1 Du unbergreiflich höchstes gut,
An welchem liebt mein herz und muth,
Ich dürst, o lebensquell, nach dir,
Ach hilf! ach lauf! ach komm zu mir.
2 Wer winselt denn so ängstiglich?
Bist du's, a seele! suchst du mich?
Ic bin nicht fern; ich bin dir ja
Mit allen meinen gütern nah.
3 Ich bin ein hirsch, der durstig ist
vor grosser gitz; du Jesu! bist
Vor diesen hirsch ein seelen-trank:
Erquicke mich, denn ich bin krank.
4 Komm, mattes lamm! hir ist mein blut,
Das ist vor seelen krankheit gut.
O! trink es ohne scheu hinein,
Und thu, als wärs vor dich allein.
5 Ich schreye zu dir ohne stimm!
Ich seufze nur, o Herr, vernim,
Vernim es doch, o gnaden-quell!
Und labe meine dürre seel.
6 Ic weiß, o seele! deine quaal,
Ich kenne deiner seufzer zahl,
Und keiner ist umsonst geschehn;
Das soll dein thränend auge sehn.
7 Ein frisches wasser fehlet mir,
Herr Jesu! zieh, zieh mich nach dir,
Nach dir ein grosser durst mich treibt,
Ach wär ich dir schon einverleibt.
8 In seele, ja ich ziehe schon
Und selbst dein schwacher jammer-ton
Ist ein erhitzt und starker lauf,
Du kommst schon; und ich nehm dich auf.
9 Wo bist du denn, o bräutigam?
Wo weidest du, o Gottes-lamm?
An welchem brünnlein ruhest du?
Mich dürster, laß mich auch darzu.
10 Da, da ist meine ruh und weid,
Wo man nach meiner hülfe schreyt:
Da quillt der brunnen meiner gnad,
Wo man sonst keine hülf mehr hat.
11 Ich kan nicht mehr, ic bin zu schwach,
Ic schreye, dürst, und ruf dir nach.
Der hirsch muß bald gekühlet seyn:
Er ist ja dine und du bist sein.
12 Wohlan! so bist du recht geschickt,
So trinke denn und werd erquickt.
Hier ist mien herz! ich bleibe dein;
Und du sollst ewig meine seyn.
Neander, Joachim, was born at Bremen, in 1650, as the eldest child of the marriage of Johann Joachim Neander and Catharina Knipping, which took place on Sept. 18, 1649, the father being then master of the Third Form in the Paedagogium at Bremen. The family name was originally Neumann (Newman) or Niemann, but the grandfather of the poet had assumed the Greek form of the name, i.e. Neander. After passing through the Paedagogium he entered himself as a student at the Gymnasium illustre (Academic Gymnasium) of Bremen in Oct. 1666. German student life in the 17th century was anything but refined, and Neander seems to have been as riotous and as fond of questionable pleasures as most of his fellows. In July 1670, Theodore Under-Eyck came to Breme… Go to person page >| First Line: | Du unbegreiflich höchstes Gut |
| Author: | Joachim Neander |
| Language: | German |
| Copyright: | Public Domain |
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